Praia da Pipa – Surfer, Hippies und Traumstrände

Nach den schönen, aber auch leicht regnerischen Tagen in der Kolonialstadt Olinda wollten wir nochmal etwas die brasilianische Sonne genießen, bevor wir zurück nach Deutschland fliegen sollten. Daher war unsere zweite Station auf unserem Brasilien-Trip Praia da Pipa, im Süden von Rio Grande do Norte… das kleine Hippie-Dorf mit den fantastischen Stränden.

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Anreise

Leider gibt es keine direkte Verbindung von Olinda nach Pipa. Mit dem Busunternehmen Progresso fuhren wir von Abreu de Lima ( ca. 10 Minuten von Olinda entfernt ) in entspannten drei Stunden bis nach Goianinha. Von dort dann mit einem der vielen Taxis weiter bis nach Pipa.

Klima

In Pipa wurden wir im Gegensatz zu Olinda mit herrlichem Sonnenschein empfangen. Hier herrscht das ganze Jahr über ein tropisches Klima bei konstanten 25-30 Grad. Durch den leichten Wind vom Atlantik empfindet man die Temperaturen hier als sehr angenehm. Auch nachts kühlt es nicht stark ab und es bleibt schön warm bei 23 Grad. Hier war auch immer noch Regenzeit ( Januar bis Juli ). Wobei es die meisten Niederschläge von Januar bis April gibt. Während unseres Aufenthaltes hatten wir auch einige Male starken Regen. Aber er hörte nach kurze Zeit genauso schlagartig auf, wie er gekommen war. Ein paar Minuten später zeigte sich schon wieder der blaue Himmel mit strahlendem Sonnenschein.

Bei diesen sommerlichen Temperaturen, mussten wir uns allerdings daran gewöhnen, dass es hier bereits um 17:30 Uhr stock dunkel ist. Durch die Nähe zum Äquator geht die Sonne bereits um 17:00 Uhr unter.

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Das Fischerdorf Pipa

Bis in die 70er Jahre war Pipa „nur“ ein kleines Fischerdorf, doch als die Buchten rund um das Städtchen von den Surfern entdeckt wurden, entwickelte sich Praia de Pipa zu einem der beliebtesten Strand-HotSpots ganz Brasiliens.

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Bei unserer ersten Tour durch den Ort fühlten wir gleich den lässigen Hippie-Style der Pipa umgibt. Man findet hier zwar auch viel typische „Touri-Läden“, doch auch viele individuelle Lädchen mit handgemachter Mode und Schmuck. Die bunten Häuser in den engen Gassen rund um die Hauptstrasse und die Musik aus den Restaurants und Bars verströmen einen alternativen Charme.

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Die vielen Alt-Hippies, im *nicht böse gemeint* fortgeschrittenem Alter, mit ihren Surfbrettern unter dem Arm und durchtrainierten Körpern machen das Bild des alternativen Ferienortes perfekt. Tagsüber wirkt der Ort oft noch recht verschlafen, aber Abends und vor allem am Wochenende erwacht Pipa so richtig zum Leben. Auf einmal sind überall Bars und Geschäfte offen, die einem vorher gar nicht aufgefallen sind. Gerade bei den Brasilianern ist Pipa ein beliebtes Ferien- und Wochenendziel. 

Was Zoe und Lilith sofort aufgefallen ist, sind die lustigen und individuellen Hinweisschilder… „Guck mal, da ist schon wieder so ein selbstgemaltes Schild!“ Von dem Künstler Rafa Santos, der im Ort auch ein kleines Atelier besitzt.

Die Strände rund um Pipa

Seine Bekanntheit verdankt Pipa aber wohl zweifellos seinen tollen Stränden… ja Stränden, den es gibt gleich mehrere traumhafte davon.

Praia do centro

Quasi der zentrale Hauptstrand direkt am Stadtzentrum. Wenn die Kids mal zu lauffaul waren, war dieser Strand unser Ziel. Hier findet man die meisten der unzähligen Barracas, die kleinen Strand-Bars, an den man sich kleine Getränke und kleine Snacks kaufen kann. Auch flanieren hier regelmäßig Händler mit ihren mobilen „Food-Ständen“ und bieten ihre Spezialitäten an. Das typische Acai-Sorbet ( eine brasilianische dunkle Beere auch Kohlpalme genannt ), gegrillten Mais, frisch gemachte Crepes oder frische Austern… 

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Praia do Amor

Der Praia do Amor ist DER Surfer-Strand von Pipa. Hier gibt es fast immer recht hohen Wellengang und nicht zu unterschätzende Strömungen, weshalb dieser Strand auch durchgehend von Rettungsschwimmern überwacht wird. Toll zum abhängen sind hier die festen Bars in den kleinen Buchten auf dem Weg dorthin. Hier kann man eine frische Kokosnuss oder eine Caiphirinha beim tollen Sonnenuntergang geniessen.

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Baía dos Golfinhos

Der Lieblingsstrand von Zoe und Lilith, P1140925eigentlich von uns Vieren überhaupt. Eingebettet in ein tolles Panorama aus grün bewachsenen Steilküsten, mit feinem weißen Sand und nur leichtem Wellengang… perfekt für die Kids.

Und wenn man Glück hat sieht man dann und wann den ein oder anderen Delphin aus dem Wasser springen. Wichtig ist es immer die Flut- und Ebbe-Zeiten zu beachten. Der Strand ist nur bei Ebbe zu erreichen.

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Praia das Minas 

Hier haben wir es nie hingeschafft. Dieser Strand ist zum Baden wegen der Strömungen auch ungeeignet. Er steht aber unter Schutz, da hier Schildkröten ihre Eier ablegen. Ein Spaziergang hierher ist es bestimmt wert.

Wir wissen jetzt, warum die Strände rund um Pipa zu den schönsten und beliebtesten in Brasilien zählen. Das Wasser ist immer angenehm warm. Es gibt leckere Drinks und Snacks am Strand. Von überall hört man Musik. Es wird immerzu Fußball gespielt und die Bikinis können hier nicht knapp genug sein. 

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Unsere Unterkunft & kulinarische Tips in Pipa

Die drei Wochen in Pipa wohnten wir in dem Appartement Komplex Aldeia dos flores, etwas abseits der trubeligen Hauptstrasse gelegen. Wundervoll angelegt mit einem großen Garten, mit Pool und vielen Kokospalmen, die immer etwas Schatten spenden und man so auch mal den ganzen Vormittag mit den Mädels im Wasser abhängen konnte.

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Unsere Wohnung war super geräumig, mit einer offenen Küche und einer großen Terrasse auf der man Morgens, wie Abends super in der Hängematte chillen konnte.Zu Zoe und Lilith`s Begeisterung hatten wir sogar zwei Zimmer und zwei Bäder, so dass die Mädchen sich endlich mal wieder richtig ausbreiten konnten. Alles in allem ein perfekter Ort zum Ausspannen oder wenn alle Gäste Mittags am Strand waren, zum ruhigen Arbeiten am Pool.

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Seit Thailand vermissten wir die frischen, eisgekühlten Kokosnüsse und hier gab es sie endlich wieder in Hülle und Fülle. Fast schon traditionell war unser frisch gemixter Kokos-Eisshake nach dem Mittagessen auf der Terrasse. Überhaupt war unser Verbrauch von tropischen Früchten, wie Mango, Papaya oder Ananas, hier auf einem Allzeithoch. Dafür durfte es an ein, zwei Abenden auch mal ein leckerer Caipirinha am Strand sein 🙂

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Super leckeres Eis, mit einer riesigen Auswahl gibt es außerdem auf der Hauptstrasse bei der Soveteria Real de 14 oder Que Gostoso Sorveteria

Gegessen haben wir in Pipa tatsächlich wenig auswärts, da die Preise hier echt hoch sind und wir etwas unser Reisebudget schonen mussten. Daher war es natürlich von Vorteil, dass wir eine tolle große Küche in unserem Apartment hatten.

Sehr lecker haben wir aber im Restaurant Camarao Na Fazenda gegessen und die beste Aussicht für den traumhaften Sonnenuntergang hat man in der Mirante de Pipa Sunset Bar, die über mehrere Terrassen an einem Berghang liegt.

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Brasilien und vor allem Pipa war der perfekte Ort um unsere Reise vorerst ausklingen zu lassen. Die traumhaften Strände, die frischen Früchte, die tollen Sonnenuntergänge über den Steilküsten der Atlantikküste, die entspannten Vormittage am Pool mit den Mädels und die super gechillten und liebenswerten Brasilianer ( auch wenn man ohne portugiesisch fast nichts versteht ) machten unseren Aufenthalt hier perfekt. Obrigado Brasil e obrigado Pipa!!

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Jetzt heißt es erstmal zurück nach Deutschland… und bald gibt es hier wieder Neuigkeiten, wie es bei uns weitergeht! Es bleibt spannend und die Reise ist noch nicht vorbei!

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Olinda – die wunderschöne Kolonialstadt im Nordosten Brasiliens

Anreise

Eigentlich hatten wir geplant noch viel mehr Zeit in Südamerika zu verbringen und direkt von hier nach Mittelamerika weiter zu reisen. Zoe und Lilith haben aber momentan große Sehnsucht nach unserer Familie und Ihren Freunden. Auch wegen unseres neuen Projektes ( in Kürze bald mehr hier auf dem Blog! ), haben wir uns nun dazu entschieden zumindest kurzfristig nach Deutschland zurückzukehren. Vorher wollten wir aber nochmal etwas Sommer, Sonne, Strand und Meer geniessen, uns etwas erholen und die letzten 10 Monate ruhig ausklingen lassen. Dazu fiel unserer Wahl auf… Brasilien!

Von La Paz aus ging es über Cochabamba ( Bolivien ) nach Sao Paulo. In der größten Stadt Südamerikas übernachteten wir nur eine Nacht in der Nähe des Flughafens. Am nächsten Morgen flogen wir weiter nach Recife, die Hauptstadt des Bundesstaates Pernambuco direkt an der Atlantikküste.

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Hier wartete unser redseliger und netter Taxifahrer auf uns, der uns ( wohl ) lustige und spannende Geschichten erzählte. Allerdings alles auf portugiesisch… Ist man der Sprache nicht mächtig, hat man es in Brasilien schwer, da man mit Englisch hier nicht weit kommt. Vereinzelt findet man in Hotels Mitarbeiter, die Englisch sprechen. Ansonsten ist die wichtigste Kommunikation mit einem herzlichen Lächeln schon getan.

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Außerhalb des Flugterminals wurden wir erstmal von einem starken Regenschauer empfangen. Also vorerst nix mit Sommer, Sonne, Strand und Meer. Hier war noch Ende der Regenzeit ( Januar – Juli ). Was wir aber als „wird schon nicht die ganze Zeit regnen“ abgetan hatten.

Die Kolonialstadt Olinda – bunt und ruhig

Mit dem Taxi ging es raus aus der Großstadt in die kleine Kolonialstadt Olinda. Entlang der Strandpromenade von Recife. Hier warnte uns der Taxifahrer gleich vor den riesigen Haien, die es hier gibt. Mit einem kleinen selbstgedrehten YouTube-Video ( als sie einen riesigen Weißen Hai hier am Strand aus dem Wasser ziehen ) ließ er Steffi und die Mädels auf dem Rücksitz zusätzlich erschaudern.

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Olinda liegt leicht auf einem Hang und man hat einen tollen Panorama-Blick bis zur Skyline von Recife. Die 400.000 Einwohner Stadt ist seit 1982 auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Sofort fielen uns die vielen bunten Häuser in den Kopfsteinpflastergassen auf, die Olinda sogar bei Regen einen warmen und tollen Charme verleihen. Daher heißt die Stadt „Ó linda“ übersetzt wohl auch „Oh, wie schön“. Der barocke Kolonialstil der Häuser in der schönen Altstadt zeugt noch von der Kolonialzeit des 17. und 18. Jahrhunderts. Kultur wird hier grundsätzlich groß geschrieben… neben Rio de Janeiro gilt Olinda als die Karneval-Hochburg des Landes. Beim brasilianischen Karneval sind die engen Straßen voll mit tanzenden Menschenmassen. Überall findet man hier auch Straßenmusiker oder aus den vielen Bars in den kleinen Gassen hört man Abends brasilianische Melodien. Überhaupt erwacht Olinda erst am Abend zum Leben und die vielen, tagsüber geschlossenen, Kunstgalerien öffnen ihre Türen. 

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Die vielen einzigartigen Kirchen, die bunten Kolonialhäuser, die hübsch verzierten schmalen Gassen und die herzlichen Brasilianer machen Olinda zu einem wundervollen und besonderen Ort.

Unsere Unterkunft

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Die vier Tage in Olinda wohnten wir in der Pousada Alto Austral, ein kleines individuell eingerichtetes Hotel, dass sich mit seiner bunt-gemusterten Fassade perfekt ins Stadtbild anpasst. Auch innen ist es sehr liebevoll und farbenfroh gestaltet, mit einem kleinen Innenhof, Garten und Pool.

Jedes Zimmer ist individuell eingerichtet. Zum Frühstück gab es einige brasilianische Spezialitäten, wie den weißen Tapioka-Pfannkuchen aus dem Mehl der Maniokwurzel, die es hier in allen Formen zu Essen gibt.

Nach einem schönen Abend mit Live-Musik in einer bei Einheimischen sehr beliebten Bar in der Altstadt und zwei Rundtouren durch die Straßen Olindas, waren unsere Tage auch schon vorbei.

Es wartete unser Bus Richtung Pipa, dem beliebten Hippie-Surfer-Dorf, mit den traumhaften Stränden… vielleicht sollte es ja doch noch was werden, mit Sommer, Sonne, Strand und Meer.

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La Paz – Boliviens heimliche Hauptstadt auf über 3500 Metern

Bizarre Felsen, riesige Gletscher, die größte Seilbahn der Welt, Chaos und etwas Verrücktheit… das ist die höchstgelegene Großstadt der Welt… La Paz.

Von Cusco aus führte uns eine Busstrecke mit einem fantastischen Panorama nach Puno. Die Stadt am Ufer des Titicacasee war mit 3.820 Metern über dem Meeresspiegel der bisher höchste Punkt unserer Reise. Hier blieben wir aber nur eine Nacht, denn am nächsten Tag ging es weiter zur Grenzstation Kasani an der bolivianisch-peruanischen Grenze.

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Wir übernachteten im Hotel Manuelita House mit einem romantischen Ausblick aus dem 5. Stock über das nächtliche Häusermeer Puno`s und den Titicacasee. Wohlgemerkt der höchste schiffbare See der Welt. Wer nicht mit dem Bus nach Puno anreist, sondern per Flugzeug, kann hier Probleme mit Höhenkrankheit bekommen. Warm anziehen sollte man sich auch, denn nachts kann es hier richtig kalt werden.

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Grenze Bolivien – Peru / Copacabana

Am nächsten Morgen ging es weiter zur Grenze. Hier hieß es Abschied nehmen von Peru…  zum ersten Mal während der Reise überquerten wir eine Grenze zu Fuß, da wir für die Grenzkontrolle den Bus verlassen mussten und rüber auf die bolivianische Seite liefen. Das peruanische Busunternehmen brachte uns noch bis nach Copacabana. Hier trifft man viele Rucksackreisende, denn das kleine Städtchen ist Dreh- und Angelpunkt, wenn man von Peru nach Bolivien ( oder andersherum ) reist. Außerdem ist es das Basislager für Ausflüge am und um den Titicacasee. Hier gibt es aber auch viele nette Cafés und leckere Snack-Restaurants. 

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Hier hatten wir dann auch eine einstündige Mittagspause. Leider schaffte ich es mit Zoe nicht in Ruhe noch etwas zu essen. Ihr fiel kurz nach der Ankunft des Busses in Copacabana auf, dass ihre kleine neue Tasche aus Cusco, gefüllt mit all Ihren Andenken der bisherigen Weltreise noch auf der Toilette im bolivianischen „oficina de inmigración“ stand. Daher setzen wir uns schnurstracks in ein Taxi und fuhren die Strecke nochmal zurück…

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Busfahrt nach La Paz

Von Copacabana aus ging es weiter mit einer bolivianischen Buslinie ( die nicht annähernd den Komfort der peruanischen Unternehmen anbieten ) Richtung La Paz. Die bolivianische Seite des Titicacasee´s ist nicht weniger spektakulär als die peruanische. Mit den schneebedeckten Gletschern im Hintergrund hat das Panorama fast etwas majestätisches. Die serpentinenreiche Straße wechselt zwischen Asphalt und Schotter… abenteuerlich wird es noch bei der Fähre in der Nähe von Tiquina. Man muss den Bus verlassen und fährt mit kleinen Booten auf die andere Seite des Sees, während der Fernbus auf einer etwas wackeligen Holzfähre (!) rübergebracht wird.

Für Zoe und Lilith war das aber eine schöne abenteuerliche Abwechslung zur, in ihren Augen, langweiligen Bustour…

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Auf dem weiteren Weg erhaschten wir immer wieder tolle Blicke auf die riesigen weißen Gletscher, die sich hinter der hügeligen Landschaft auftürmen. 

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Wir fuhren von El Alto ( ca. 800m höher liegend ) kommend nach La Paz rein und hatten von hier oben schonmal eine tolle Rundsicht über die Stadt. Ein irgendwie unwirkliches Bild… wie diese Stadt eingerahmt von den bizarren Felsformationen liegt und alles überragt der mächtige Illimani mit seinen 6.439 Metern.

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In La Paz wohnten wir bei Nora und Konstantin, Freunde aus Berlin, die aus beruflichen Gründen für zwei Jahre in La Paz wohnen. Mit ihren beiden Töchtern Charlotte und Mathilda hatten auch Zoe und Lilith endlich mal wider gleichaltrige Spielkameraden. Deshalb hatten Steffi und ich endlich mal wieder viel Zeit für uns.. Wir genossen es auch sehr jeden Abend endlich wieder „Erwachsenengespräche“ zu führen…

La Paz & El Alto

Die bolivianische Metropole Stadt liegt auf einer Höhe von 3.200 – 3.600m und ist als Regierungssitz Boliviens ( Hauptstadt ist Sucre ) auch gleichzeitig der höchste Regierungssitz der Welt. Auf der Hochebene westlich von La Paz liegt das seit 1985 eigenständige El Alto. Hier liegt auch der „Aeropuerto Internacional El Alto“, einer der höchstgelegenen Flughäfen der Welt. Zwischen der Höhe der Viertel und dem sozialen Status besteht auch eine starke Bindung. Je höher man fährt desto ärmer sind die Menschen. In El Alto lebt hauptsächlich die indigene Bevölkerung, während unten im Tal in La Paz hauptsächlich die besser betuchten, europäisch stämmigen Einwohner leben. Auch die Klimaunterschiede sind gewaltig, in El Alto ist es meist bis zu sechs Grad kälter als in La Paz. Und die Höhenluft ist hier nochmals mehr zu spüren. Ihr erinnert Euch… Coca-Tee… in ausreichender Menge 🙂

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„Mi Teleferico“ – die längste Seilbahn der Welt

Bis 2014 waren die einzigen Verbindungen, um die fast tausend Höhenmeter zu überwinden, nur wenige Hauptstraßen, die aber durch die topographisch eher ungünstige Lage alle sehr eng und steil sind. Die einzigen öffentlichen Verkehrsmittel waren bis dahin die typischen Mini-Busse. Die Folge waren extrem überfüllte Straßen, was selbst heute an vielen Stellen der Stadt noch immer der Fall ist. Seit 2014 verbindet die beiden Städte eine Seilbahn, der Teleferico. Erbaut vom Weltmarktführer im Seilbahn-Bau dem österreichischen Unternehmen Doppelmayr. Das komplette Netz besteht aus insgesamt zehn Seilbahnlinien und ist damit das größte städtische Seilbahnnetz der Welt.

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Die Seilbahn gleitet auf ihrem Weg über Villen und Wellblechhütten… über Reichtum, sowie über Armut… ebenso ist sie eine Verbindung zwischen westlicher Lebensart und indigener Kultur. Die Bewohner sparen mit der Seilbahn viel Zeit und man merkt, sie ist ein Segen für die Menschen in La Paz. Mit umgerechnet 35 Cent ist eine Fahrt auch für die ärmeren Menschen bezahlbar. Außerdem haben die bunten Gondeln natürlich das Stadtbild und vor allem das Leben verändert, aber die Menschen in La Paz sind sehr stolz auf Ihren Teleferico. Das Prestigeprojekt des bolivianischen Präsidenten Evo Morales.

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Natürlich war unser erster Trip in die Stadt eine Fahrt mit fast allen 🙂 Linien des Telefericos. Für Zoe und Lilith war es das erste Mal Seilbahn fahren und sie waren sofort große Fans dieser Art der Fortbewegung. Aber auch Steffi und ich waren von der Aussicht schwer beeindruckt. Man schwebt quasi lautlos über das Chaos hinweg. 

„Mercado de Hechicería“ – Der Hexenmarkt

Der Hexenmarkt längs der Calle Santa Cruz ist der meistbesuchte Markt von Touristen in La Paz. Natürlich ist er heute eher eine Touristenattraktion. Oben in El Alto gibt es eine ganze Straße nur mit „Kallawaya“, also Heilern und Medizinmännern, die auch in der heutigen modernen Zeit in Bolivien, mit der traditionellen Kräutermedizin die Menschen hier behandeln. Mit verschiedenen Pflanzen, Kräutern und der Asche spezieller Baumrinden und Hölzer. Oder sie lesen die Zukunft der Leute in Coca-Blättern.

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Der Hexenmarkt dagegen wartet auf, mit kleinen schummrigen Lädchen, mit riesigen Regalen mit kleinen Fläschchen und Packungen, die alles mögliche versprechen… mehr Potenz, Erfolg im Beruf, Glück in der Liebe und so weiter…

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1366_2000Zoe und Lilith waren von der Stimmung hier etwas irritiert und sogar leicht verängstigt. In den meisten Läden hingen auch getrocknete, ungeborene Lama-Föten, die als Opfergabe an die weibliche Göttin Pachamama dienen. Sie sollen Glück bringen.

 

Vor allem dominieren das Stadtbild, die Cholitas ( die inidigenen Frauen in Bolivien ), mit ihren überbreiten Röcken ( sie bestehen aus bis zu zehn Unterröcken ), den typischen Melonen-Hüten und den bunt gemusterten Schultertüchern, mit denen sie alles transportieren. Viele verdienen sich ihr Geld im Verkauf verschiedener Waren auf den vielen Märkten oder arbeiten als Haushaltshilfe. Sowie die liebenswerte Felipa bei Konny und Nora.

 

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Neben Hanoi und Bangkok war La Paz sicher die Stadt mit dem größten Verkehrschaos auf unserer bisherigen Reise. Ein Gewusel aus Fußgängern und Autos, hunderte an den Bordsteinkanten wartenden Passanten, die sich nach und nach in die total überfüllten Mini-Busse quetschen. Somit freuten wir Vier uns immer wieder, wenn man ganz entspannt in eine der Gondeln stieg und dem Gedränge und Geschiebe entfloh und über das Chaos hinweg schwebte.

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Markt in El Alto

Der „Feria 16 de Julio“, wie der Markt oben in El Alto eigentlich genannt wird, gilt als der größte Markt der Welt, wobei ich nun auch gegenteilige Meinungen gehört habe. Er gehört aber zumindest zu den größten Freiluftmärkten weltweit. Definitiv ist es der größte in Südamerika und vor allem der höchstgelegene Markt der Welt. Kaufen kann man hier alles, von Second-Hand Klamotten, Schuhen, Gemüse, Elektronik, Haushaltwaren, Kfz-Teile und alles was man sonst noch zum Leben braucht oder eben auch nicht. Der Markt erstreckt sich über die ganze Innenstadt von El Alto. Hier trifft man eigentlich fast nur Einheimische und der Markt ist sehr authentisch und wenig touristisch.

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Death Road

An einem Sonntag machte ich mit Konny und einem seiner Arbeitskollegen noch eine kleine geführte Mountainbike-Abfahrt, mit insgesamt zehn Leuten über die berühmt-berüchtigte „Death Road“ auf spanisch „Camino a Los Yungas“. Mit dem Bus wurden wir von La Paz auf den La-Cumbre-Pass auf 4670 Meter gefahren. Nach dem Anziehen der Schutzkleidung und dem Testen der Bremsen an den Mountainbikes gab es noch eine kleine Zeremonie mit hochprozentigem Alkohol… ein marketingtechnisch perfekt inszeniertes Event ( im Bus lief der Rocky-Soundtrack 🙂 ). Anschließend ging es auf der 65 Kilometer langen Schotterstrecke ganze 3500 Höhenmeter nach unten. Oben friert man noch bei fast Minusgraden und nachdem wir alle Klimazonen Boliviens durchquert hatten, kommt man im tropischen Coroico nur noch mit T-Shirt und kurzer Hose bekleidet an. Dort wartete in einem Hotel ein Büffet, ein Pool und kaltes Bier auf uns… 

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Wenn man sich an die Regeln des Tourguides hält ist die Death Road auch für ungeübte Mountainbikefahrer recht ungefährlich, sollte man aber zu übermütig werden… IMG_7908der Abgrund ist immer sehr nah und es geht meist mehrere hundert Meter in die Tiefe.

Bis zur Eröffnung der Umgehungsstraße 2007 sind auf der Death Road über 300 Menschen ums Leben gekommen. Wobei dies meist auf Verkehrsunfälle mit Lastwagen und Autos zurückzuführen ist. Da die Straße eine Hauptverbindung war und auch in der Regenzeit befahren wurde und durch Erdrutsche noch enger und schmaler wurde. Alles in allem ein tolles Erlebnis und bei einem La Paz- Aufenthalt sehr zu empfehlen.

 

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Nach zwei Wochen war unsere Zeit in La Paz vorbei… wir haben wahrscheinlich hier so wenig unternommen, wie nirgendwo zuvor auf der Reise. Aber können abschließend sagen, dass uns La Paz mit seiner Einzigartigkeit definitiv beeindruckt hat. Eine riesiger Wirrwarr aus rotem Backstein in einer spektakulären Szenerie… La Paz ist irgendwie verrückt, aber cool…

Doch jetzt wartete auf uns „a vida brasileira“…

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Cusco – die Hauptstadt des Inka Reiches

Die Kolonialstadt im Süden Perus heißt übersetzt „der Nabel der Welt“ und ist wahrscheinlich die bekannteste Stadt Perus.

Wenn man sich schon an die Höhe gewöhnt hat, kommt man hier an und fühlt sich sofort wohl… Cusco ist irgendwie perfekt. Aber eben auch so anders, als die meisten Städte vom Rest des Landes.  Doch die kulturelle Wichtigkeit und die Schönheit der Hauptstadt der gleichnamigen Region im Andenhochland machen Cusco auch zu dem touristischen HotSpot zusammen mit dem MachuPicchu…

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MachuPicchu – Und warum wir nicht hingefahren sind…

Die lange verborgene und nicht entdeckte Inkastadt MachuPicchu liegt circa 100 Kilometer von Cusco entfernt. Und ist DAS Ziel für alle Perureisenden. Auch bei uns stand eigentlich fest, dass wir uns das neue Weltwunder ansehen werden. Doch wie ich schon oft hier geschrieben habe, sind unsere Kinder nicht gerade die passioniertesten Wanderer und Laufwunder, weshalb für uns die Wanderung an den Gleisen hoch nach Aguas Calientes ( Machu Picchu Dorf ) nicht in Frage kam. Also planten wir die Fahrt mit dem Zug ( Peru-Rail oder Inca-Rail ) und dann weiter mit dem Bus bis zum MachuPicchu. Inklusive des Eintritts hätte das Ganze für uns zu Viert mehr als 500 US$ gekostet, was wir erst gar nicht glauben konnte. Doch nach weiterer Recherche war klar… das kostet es eben für Touristen, für Peruaner ist die Zugfahrt deutlich günstiger, was auch verständlich ist, aber für uns auch der Grund war… uns gegen den MachuPicchu zu entscheiden. Bestimmt ist es ein tolles Erlebnis und über eine Million Besucher pro Jahr bestätigen das auch, doch uns war es das einfach nicht wert. Das ist natürlich nur unsere exklusive Meinung… daher habe ich ( eigentlich unglaublich für einen Reiseblog über u.a. Peru ) keine Bilder vom MachuPicchu…

Boleto Turistico

Doch es gibt so viele weitere zahlreiche interessante, imposante und tolle Inka-Stätten anzuschauen, dass wir am Ende nicht das Gefühl hatten, etwas verpasst zu haben. Sehr zu empfehlen ist hierfür das Boleto Turistico, mit dem man den Eintritt zu sechzehn Sehenswürdigkeiten im Heiligen Tal und in Cusco erhält. Unter anderem die Salzterrassen Maras, Moray, die Ruinen von Sacsayhuaman und Qenqo in Cusco, den Ruinen von Pisac und Chinchero im Heiligen Tal, verschiedenen Museen und vielem mehr. 

Mit knapp 130 Soles ( circa 35€ ) ist es auch nicht ganz so billig, aber definitiv sein Geld wert. Wer nicht ganz so viel Zeit mitbringt, es gibt auch noch eine abgespeckt Variante.

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Ruinen von Chinchero

Auf dem Weg nach Cusco ( aus dem Heiligen Tal kommend ) machten wir noch Halt bei den Ruinen von Chinchero. Auch dieser Eintritt ist in dem Boleto Turistico enthalten. Die freie Fläche mit Blick auf das Bergpanorama und die Grundmauern, der ehemaligen Sommerresidenz der Inka-Herrscher ist ein faszinierender Ort.  Danach kann man noch etwas über den Vorplatz der spanischen Kolonialkirche schlendern, mit den vielen Ständen an denen die peruanischen Frauen verschiedene bunt gemusterte Textilien verkaufen. Zum Abschluss der Tour aßen wir noch einen superleckeren heißen „choclo con queso“.

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Eigentlich lieben die Mädels solche großen Grünflächen und dazu noch viele Treppen zum rumrennen, aber durch die dünne Luft hier oben, kamen auch Zoe und Lilith ziemlich schnell aus der Puste…

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Anschließend fuhren wir weiter nach Cusco zu unserer Unterkunft dem Hostal Tierra Madre im Altstadt-Viertel San Blas mit seinen engen und steilen Gassen…

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Hostal Tierra Madre

Das Hostel liegt in einer ruhigen kleinen Gasse, direkt neben dem Hauptplatz des Viertels San Blas mit der Iglesias de San Blas, an dem es viele kleine Cafés und leckere Restaurants gibt. Unser Zimmer war im dritten Stockwerk, mit großen Panoramafenstern mit Blick über die ganze Stadt. Hier war es nachts auch sehr kalt, doch Morgens schien durch die Dachverglasung immer schon wärmend die Sonne in unser Zimmer… herrlich.  Nur zehn Minuten zu Fuß von unserem Hostel lag der Plaza de Armas.

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Plaza de Armas

Der Mittelpunkt von Cusco und zu Inka-Zeiten der bedeutendste Platz des ganzes Reiches, auf dem zeremonielle Ereignisse stattfanden. Heute wird der Platz von den drei Kirchen, Compañía de Jesús, der Kathedrale Iglesia El Triunfo, Iglesia Jesús y Maria und den Arkadengängen, mit den vielen Restaurants und Geschäften umrahmt. Früher hieß der Platz „Huacaypata“ und war zweimal so groß wie heute. An die Inka-Zeit erinnert hier noch der Brunnen mit der Statue des Inka Herrscher „Pachacutec“. Der Plaza de Armas ist auch der zentrale Platz für die Einheimischen und Touristen in Cusco.

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Auch sitzt man hier genauso toll, wie in Arequipa, beim Sonnenuntergang mit einem eiskalten Pisco-Sour in der Hand 🙂

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Am zweiten Tag machten wir uns zu Fuß zu der Inka-Festung Sacsayhuaman auf, die etwas oberhalb von Cusco liegt. An diesem Tag war es aber wirklich heiß und der Anstieg war zusammen mit der dünnen Höhenluft, vor allem für die Mädels, etwas anstrengend.

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Nach einem Foto mit den Baby-Lamas, machten sie es sich anschließend im Schatten bequem, während Steffi und ich die Ruinen erkundeten.

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Ruinen von Sacsayhuaman

Sacsayhuaman ist eine beeindruckende Ruine aus riesigen Mauern, mit imposanten Steinen… bei denen man sich fragt, wie haben die Inkas diese Monster-Steine vor 500 Jahren hier oben so akkurat aufeinander gestapelt? Von den Ruinen aus hatten wir eine fantastischen Blick über ganz Cusco inklusive der Berggipfel am Horizont. Wer möchte, kann noch die nahe liegende Cristo Blanco Statue besuchen.

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Ein toller Tip zum Essen ist das Restaurants Organika und das Restaurant Yaku die wir mehr als einmal besucht haben :-)… aber in Cusco gibt es allgemein eine große und abwechslungsreiche Auswahl an guten Restaurants. An unserem vorletzten Tag in Cusco besuchten wir noch das Schokoladen Museum und den Coricancha – den Sonnentempel der Inkas.

Schokoladen Museum

Im ChocoMuseo in der Calle Garcilaso erfuhren wir alles über die Herstellung von Schokolade. Von der Kakaobohne bis zu den ausgefallenen Sorten wie Salzkaramell oder Coca, die man hier im Shop kaufen kann.

Danach konnten Zoe und Lilith exakt darüber referieren, was der genaue Unterschied von dunkler und weißer Schokolade ist… und welche wichtige Eigenschaft die Temperatur beim Schmelzen der Schokolade spielt.

Coricancha – der Sonnentempel

Der Coricancha ist das lebendige Beispiel für die Verschmelzung der Inka-Kultur mit der europäischen Architektur der spanischen Eroberer. Denn die spanische Kirche wurde auf die Grundmauern des ehemaligen „Templo del Sol“, dem Sonnentempel der Inka gebaut. Für einen kleine Eintritt ( leider nicht im Boleto Turistico enthalten ) haben wir mit den Kids die Kirche, die übrig gebliebenen Inka-Mauern mit den riesigen Steinen, sowie den schön angelegten Garten besichtigt.

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Damit waren unsere Tage in Cusco und auch in Peru vorbei. Am folgenden Morgen ging es über Puno und den Titicacasee weiter nach Bolivien.

Nach fast sechs Wochen Peru… dem trubeligen Treiben in den Straßen von Trujillo, der Weltmetropole Lima, den entspannten Tagen in Arequipa, in der Hitze von Ica, während unserem nachhaltigem Aufenthalt im Heiligen Tal und der beeindruckenden Inka-Hauptstadt Cusco… waren wir einfach nur verliebt in Peru. In das angenehme Klima, die tollen Landschaften, das fantastische Essen und die aufgeschlossenen und positiven Menschen. Peru… wir kommen auf jeden Fall wieder. Muchas gracias y hasta luego !!!

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Urubamba und das Heilige Tal der Inka

Valle Sagrado… das Heilige Tal der Inka ist ein Ort mit viel Kultur, fantastischer Natur, Abenteuer und viel, viel Spiritualität… ein Tal für Sinnsuchende. Wer nach Cusco reist sollte das Heilige Tal nicht verpassen. Fast nirgends auf unserer Reise haben wir uns so wohl gefühlt wie hier. Es liegt solch eine positive Energie auf dieser Gegend, dass man sie fast greifen kann. Landschaften wie aus dem Bilderbuch, kleine verschlafene Andendörfer, schneebedeckte Gipfel und offene, herzliche Menschen.

Das Heilige Tal liegt nördlich circa eine Autostunde von Cusco entfernt und ist ein beliebter Ausgangspunkt zum MachuPichu. Als Heiliges Tal wird die Gegend zwischen Pisa und Ollantaytambo genannt.

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P1120840.jpgDie Inka sahen in der Milchstraße am Himmel das Spiegelbild des Urubamba-Tals, daher nannten sie es das Heilige Tal. Eine zentrale Rolle bei den Inka spielten die Elemente, die im Zusammenhang mit dem Leben stehen. Deshalb waren die Berge, die kristallklaren Flüsse und das Land heilig. Genau wie die Erdmutter, in den indigenen Völkern der Anden auch „Pachamama“ genannt.

Heute weiß man der Boden im Heiligen Tal ist der fruchtbarste in ganz Peru. Die Inka wussten dies schon vor 500 Jahren zu nutzen.

P1130109.jpgVon Arequipa ging es für uns mit dem Flugzeug zum kleinen und fast schon beschaulichen Flughafen in Cusco. Während des Fluges durften wir den Ausbruch eines kleinen Vulkans bestaunen. Hier wartete schon unser super zuvorkommender Taxifahrer auf uns. Wir kehrten also Cusco erstmal wieder den Rücken und fuhren nach Urubamba ins Heilige Tal.

Während der einstündigen Autofahrt erprobte ich zur Belustigung des Fahrers weiter meine Spanisch-Kenntnisse und wir machten gleich mehrere Termine für weitere Fahrten während unseres Aufenthalts hier im Heiligen Tal aus. Er sollte uns noch an den nächsten Tagen zu den zahlreichen beeindruckenden Inka-Ruinen und den farbenfrohen Textil-Märkten in der Gegend fahren. Da es hier wenig öffentliche Verkehrsmittel gibt und die verschiedenen Orte nicht wirklich fußläufig sind, gibt es hier eine Vielzahl von privaten Fahrern, die sich darauf spezialisiert haben, die Touristen an die bekannten Orte zu fahren und dort auf sie zu warten.

Eco-Lodge „Las Chulpas“ 

Wir wohnten in der Eco-Lodge „Las Chulpas“ etwas außerhalb von Urubamba. Nancy führt das wundervolle kleine Anwesen mit Ihrem Vater. Jede Lehmhütte ist individuell eingerichtet und das ganze Areal ist mit viel Liebe zum Detail angelegt. Kleine Gemüsegärten, handgemachte Dekoration in den Bäumen, ein großer Seminar- und Yogaraum und viele tolle kleine Plätze zum entspannen und genießen. Man hört überall nur das Rauschen der Blätter und Zwitschern der Vögel. Im „Las Chulpas“ gab es auch mit das beste Frühstück unserer Reise. Jeden Morgen liebevoll angerichtet mit frischen Obstsäften, Avocado, Yuka-Tortillas, frischen Teesorten und vielen kleinen peruanischen Spezialitäten. Nancy und ihr Vater kümmern sich ganz reizend um ihre Gäste, organisieren Fahrgelegenheiten und helfen bei der Planung von Ausflügen. Ein wirklich einzigartiger Ort und ein toller Tip für einen Aufenthalt im Heilgen Tal.P1130126

 

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P1130137Pisac

Einen schönen Ausflug machten wir in die Inka-Stadt Pisac im Süden des Heiligen Tals. Bekannt ist die Stadt einerseits für die Ruinen von Pisac und den sehr bekannten Markt. Am besten besucht man diesen am Sonntag, da dann auch viele Einheimische aus Ihren Bergdörfern kommen und hier ihre Waren verkaufen. Auf dem Markt findet man alles mögliche an Textilien, in den typischen peruanischen Mustern und Farben. Kleiner Tip: auch schöne Dinge, vor allem individuellere, findet man in den Läden und Schamanen-Shops der engen Gassen rund um den Marktplatz.P1120494.jpg

 

 

 

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Nach einem leckeren Mittagessen mit peruanischer Chaufa mit Reis und Quinoa in einem gemütlichen Hinterhof ging es weiter zum Cochahuasi Animal Sanctuary. Damit wir auch eine familienfreundliche Aufteilung hatten, aus Kultur und Erlebnis… sonst heißt es immer: „Ständig machen wir nur so Erwachsenen-Sachen… nur was ihr wollt!“

Cochahuasi Animal Sanctuary

Die Kinder hatten in diesem individuellen „Tierheim“ für verletzte und aufgegriffene Tiere viel Spaß. Das Gelände liegt malerisch an einem Hang mit einem tollen Blick auf die Hügellandschaft des Heiligen Tals. Für einen kleinen Eintritt bekommt man eine persönliche Führung. Die Hauptattraktion sind die Condore die mit ihren riesigen Flügeln auf einen zufliegen und kurz über der Steintribüne landen. Die Mitarbeiter kümmern sich hier fürsorglich, um viele Tiere, die verletzt oder vor Jägern gerettet wurden. So gibt es auch drei Pumas, denen die Krallen abgeschnitten wurden, da sie eine Attraktion in einem Nachtclub in Lima waren. Oder zwei südamerikanische Schwarzbären, sowie viele weitere Tierarten. Eine rundum tolles Ausflugsziel mit Kindern im Valle Sagrado.

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Außerdem durften wir noch die Alpakas und Lamas füttern, was sich als gar nicht so leicht herausstellte. P1120570 Doch das Highlight von Zoe und Lilith war der kleine Hund Namens Cusco, der überall herumsauste. Ein peruanischer Nackthund, diese hauptsächlich in Peru vorkommende Hunderasse besitzt so gut wie gar kein Fell…

 

Salzterrassen Maras

Das kleine Dorf Maras liegt auf der Verbindungsstraße zwischen Cusco und Urubamba und ist bekannt für seine spektakulären Salzterrassen. Von den Inka errichtet und auch heute noch der Ort an dem das „weiße Gold der Anden“ gewonnen wird. Der Parkplatz und die schmalen Wege durch die Terrassen sind zwar meist überfüllt mit Touristen, doch mit der Hintergrundmusik einer Panflöte eines Musikers, der dort gerade spielte, versprüht der Ort trotz der vielen Menschen etwas Magisches. Die über 3000 künstlich angelegten Terrassen, die wie schneebedeckt aussehen, sind ein beeindruckendes Bild.

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P1120688Natürlich testeten Zoe und Lilith nach Ihrem Schokoladen-Eis auch noch den Salzgehalt des Peruanischen Anden-Salzes… um dann zurück im Auto, alle Wasserflaschen leer zu trinken. Als hätte ich es nicht gesagt…

P1120664Moray

Die Inka-Anlage Moray ist ein ausgeklügeltes Agrar-Versuchsfeld, mit eigenem Bewässerungssystem. Hier zeigt sich abermals das hohe Kulturniveau des Inka-Reiches und das technische Verständnis, mit dem sie eine Anlage bauten, um zu sehen, wo die unterschiedlichen Produkte am besten anzubauen waren. Alleine die kreisförmige Anlage ist schon ein Hingucker. Doch auch das Panorama rund um Moray ist mehr als beeindruckend.

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P1120794Die Kinder hatten hier auch so richtig Auslauf und spielten Inka-König und Inka-Königin und rannten die vorgegebenen Wege auf und ab. Steffi und ich genossen die Stille des Ortes und hatten ein wenig Ruhe uns mal wieder zu unterhalten.

Reitausflug im Heiligen Tal

Eine tolle Aktivität und ein lang ersehnter Wunsch unserer Kinder war ein ausgiebiger Ausflug auf richtigen Pferden… „also nicht so doof im Kreis reiten, wo so einer die Leine hält…“ Solche Reitausritte werden hier im Heiligen Tal viel angeboten. Nancy, die Besitzerin unserer Lodge hatte für uns alles organisiert und der Pferdehalter wartet mit seinem Sohn, drei gesattelten Pferden und einem Pony ( für Lilith ) auf einem Parkplatz in der Nähe von Calca auf uns. 

P1120857Wie richtige Gauchos bekamen Steffi und ich erstmal Hüte auf und die Kids einen Helm. Zoe und Lilith haben auch tatsächlich mehr Reiterfahrung als Steffi und ich, dementsprechend merkte das wohl mein Pferd… und während der nette Bauer und sein Sohn uns noch erklärten, wie alles heute abläuft… lief mein Pferd schonmal auf dem Parkplatz einfach in die andere Richtung und ich wusste gar nicht was zu tun ist… Bis der Farmer mir hinterher rief: „tirar a la izquierda, tirar a la izquierda!!!“ Irgendwie schaffte ich es wieder zurück zu anderen, aber mein Pferd blieb während des gesamten Austritts auf jeden Fall das bockigste…

Wir ritten alle Vier hintereinander einen idyllischen kleinen Waldweg entlang, während die beiden Pferdefarm-Besitzer nebenher liefen. Bis sich am Ende ein großes Feld vor uns auftat, mit einem kleinen Bach den wir noch überquerten. Dann türmte sich vor uns ein fantastisches Panorama auf, mit den typischen bis zum Gipfel grün bewachsenen Bergen. Unser Ziel war ein beeindruckender Wasserfall von dem kristallklares Gletscherwasser runter ins Tal brauste.

P1130037Dort angekommen gingen wir den schmalen, steilen Weg zu Fuß nach oben. Wir bekamen noch eine kleine Pflanzenschulung, machten an einer Aussichtsplattform Halt, um uns anschließend von der Wasserfall – Gischt abkühlen zu lassen. Mit dieser Kulisse am Fuße eines Wasserfalls im Heiligen Tal spürt man einfach die unbändige Kraft der Natur. Ein toller Tagesausflug und ein schöne Gelegenheit das Heilige Tal auf diese Weise zu erkunden.

IMG_6352Nachdem ich mir die Fotos mit den Kindern von unserem Pferde-Ausflug angeschaut hatte… machten sich die Kids die ganze Zeit lustig, dass mein Pferd für mich viel zu klein war. Als ich ihnen dann noch ein Bild von Sancho Panza zeigte, dem Hiwi von Don Quijote, war der „running gag“ für die nächsten Tage perfekt. Damit endeten auch unsere Tage in Urubamba.

P1130096Das Heilige Tal war definitiv eines DER Highlights unserer bisherigen Weltreise. Hier spürt man eine solch starke Verbundenheit mit sich und der Natur. Umgeben von dieser unglaublichen Kulisse, dem leckeren Essen und den offenen und positiven Menschen wollten wir eigentlich gar nicht weiterreisen…doch auf uns wartete die letzte Station unserer Peru-Reise, die Hauptstadt der Inka… Cusco.

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Arequipa – die „Weiße Stadt“

Die meisten denken bei dem Süden von Peru an den Machu Pichu oder die historische-kulturelle frühere Hauptstadt des Inka-Reiches Cusco… aber oft vergessen wird die weiße Stadt Arequipa.

Arequipa ist ein perfekter Zwischenstop auf dem Weg nach Cusco und eine gute Gelegenheit in dem angenehmen Klima sich auf 2355m an die Höhenluft zu gewöhnen.

Unsere erste Nachtfahrt mit dem Bus von Ica nach Arequipa war sehr holprig. Da wir tatsächlich den Großteil der dreizehn Stunden geschlafen haben, bekamen wir die kurvenreichen Straßen nicht ganz so mit. Bei der Ankunft in Arequipa waren wir trotz des Reisetages und der Höhe einigermaßen gut aufgestellt.

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P1120299.jpgDie 900.000 Einwohner Stadt ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum im Süden Perus. Als Wahrzeichen gelten die weißen Häuser aus dem Silla-Gestein, was ein komplette anders Stadtbild formt, als man es sonst in Peru antrifft. Von allen Ecken der Stadt aus, sieht man zumindest einen der mächtigen drei Vulkane, die über Arequipa thronen. Der 5822m hohe Misti, den 6067m Chachani und der etwas kleinere Pichu Pichu.

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P1120093.jpgDie auch beliebte Ziele für Ausflüge sind, gerade der Chachani ist ohne großer Klettererfahrung in einer zweitägigen Tour zu besteigen, trotz seiner stolzen sechstausend Meter. Ebenso so ein gefragtes Ausflugsziel ist der Colca-Canon, der mit seinen 3000 Meter Höhenunterschied zu den tiefsten Schluchten der Welt zählt. Durch die Nähe zum Pazifik herrscht hier Immer ein sonniges, mildes Klima, wobei es Nachts auch recht kalt werden kann.

P1120236Als wir den Bahnhof verlassen hatten, waren  wir wie „geflasht“ von dem tollen Vulkan-Berg-Panorama und dem strahlend blauen Himmel. Von hier aus ging es mit dem Taxi zu unserer Unterkunft ins „La casa de Ana“, hierbei überquert man den Rio Chili über die Brücke „Puente Grau“ und hat nochmal einen tollen Blick über den Fluß, Teile der Innenstadt und es eröffnete sich eine fantastischer Sicht auf den noch aktiven Vulkan Misti, eines der Wahrzeichen von Arequipa.

P1120086La casa de Ana

Die Pension La casa de Ana befindet sich in einer kleinen ruhigen und urigen Gasse. Die Zimmer sind sehr einfach, aber sehr gemütlich eingerichtet. Die Rezeption befindet sich in einem kleinen Innenhof. Wunderschön saßen wir immer beim Frühstück auf der Dachterrasse mit Blick über die Dächer von Arequipa und auf die drei Vulkane. Das Personal gibt sich sehr viel Mühe bei täglichen Zubereitung des Frühstücks, bei herrlichstem Sonnenschein servierte man uns frisch gepressten Papaya- und Ananassaft und wir konnten in aller Ruhe unsere tägliche Tour planen. Tagsüber machten sich Zoe und Lilith hier oben breit und bauten ihre Mal- und Bastelstationen unter den weißen Sonnesegeln auf. Das „La Casa de Ana“ ist ein toller Rückzugs- und Ausgangspunkt, um von hier aus Arequipa zu entdecken.

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P1120094Plaza de Armas

Der Plaza de Armas oder auch Plaza Mayor genannt ist das Zentrum der historischen Altstadt von Arequipa, die im Jahr 2000 zum UNESCO- Weltkulturerbe ernannt wurde. In der Mitte befindet sich eine Bronzebrunnen und nördlich des Plaza ist die Kathedrale von Arequipa. Rund um den Platz ist alles recht touristisch und überteuert. Wir entdecken aber im hinteren Teil des Platzes viele tolle Innenhöfe im spanischen Kolonialstil. 

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P1120282.jpgMit einem kühlen Pisco Tour, dem typischen gerösteten Mais und einem riesigen Eisbecher für die Mädels saßen wir hier gerne Abends auf einer der viele Terrassen rund um den Plaza. Genossen den Sonnenuntergang, der die Kathedrale in ein schmeichelhaftes Licht taucht und schauten dem abendlichen Treiben auf dem Platz zu. 

P1120397.jpgPicanteria La Nueva Palomino

Unsere liebste Anlaufstelle zum Mittagessen war eine urige Picanteria mit schönem Innenhof, die jeden Tag rammelvoll war. Wir mussten uns daher auf einer Warteliste eintragen lassen und uns zu den draußen wartenden Leuten gesellen. Wir warteten aber nie länger als zwanzig Minuten. Hier gibt es traditionelle Gerichte der Region, wie die gefüllte Paprika „Rocoto relleno“ oder die Garnelesuppe „Chupe de Camarones“.

Zum Nachtisch gibt es ganz klassisch ein „Queso helado“. Zoe und Lilith waren ganz verrückt nach dem für hier typischen Frischkäse-Eis, mit dem leckeren Zimtaroma aus den gekühlten Holzfässern der peruanischen Frauen, die man fast an jeder Straßenecke sieht.

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IMG_6322.jpgMercado San Camillo

Wenn wir nicht in einer der vielen Picanteria`s essen waren oder es mal schneller gehen musste, ist der nahegelegene Mercado San Camillo eine tolle Option. Hier findet man eine Vielzahl an kleinen und großen Food-Ständen, mit typischen peruanischen Spezialitäten. Wie der beispielsweise hier sehr beliebten „Papa rellena“. Zum Abschluss ließen wir uns noch einen vitaminreichen, erfrischenden Fruchtsaft an einem der vielen Obststände mixen. Während die liebenswerten Obststand-Damen uns die verschiedenen peruanischen Namen der tropischen Früchte beibrachten.

P1120373.jpgKloster Santa Catalina

Ein sehr interessantes und auch für Kinder ein spannendes Ziel ist das Kloster Santa Catalina. Das Kloster ist eine eigene „kleine Stadt in der Stadt“, es liegt in der Nähe des Plaza de Armas und erstreckt sich auf über 20.000qm. Es ist eines der Sehenswürdigkeiten von Arequipa und erst seit 1970 für Besucher frei zugänglich. Die engen verwinkelten Gassen und niedrigen Eingänge, sowie die schönen Innenhöfe wirken auf uns so, als würde man durch ein andalusischer Dorf schlendern. Mit dem schönen Gemüsegarten, der Aussichtsplattform, der Möglichkeit sich die ehemaligen Räume der Nonnen komplett anzuschauen und dem verdammt leckeren Limonen-Kuchen war diese Aktivität auch definitiv ein Highlight für unsere Mädels.

Auch für Kultur und Geschichts-Muffel ein Pflichttermin in Arequipa.

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P1120187.jpgMundo Alpaca

Eine tolle Aktivität mit Kinder ist auch das Alpaca-Museum. Wir bekamen hier eine kleine persönliche Führung und erfuhren alles über die verschiedenen Alpaca- Arten… vor allem für Zoe nochmal interessant den Unterschied zwischen Alpaca, Lama und dem wilden Vicuña, das die feinste Wolle besitzt. Natürlich durften die Kinder auch die verschiedenen Qualitäten der Wolle mit den eigenen Händen erfühlen. Spannend ist auch die Halle in der gezeigt wird, wie die „rohe Wolle“ weiterverarbeitet wird bis zum fertigen Alpaca-Pullover. 

Draußen im Freigehege dürfen die Kinder auch noch die Alpakas streicheln und füttern und ein Selfie mit Alpaca aufnehmen 🙂

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P1120334.jpgMuseum Eisprinzessin Juanita

Heute gibt es viele geführte Touren auf die Vulkane hier in der Gegend mit viel Ausrüstung und Thermokleidung. Wenn man sich aber vorstellt, dass die Inka vor 500 Jahren über 500 km zu Fuß von Cusco hierher gelaufen sind, um anschließend auf den über 6000m hohen Vulkan Ampato zu steigen und das alles mit „Stroh-Flip-Flops“… dann ist diese Vorstellung auf jeden Fall krass. So geschehen unter anderem bei einer der vielen Opferungen kleiner Mädchen für die Götter auf der Spitze eines Berges. Der wohl bekannteste und berühmteste Fund ist das kleine Inka-Mädchen mit dem Namen „Juanita – die Eisprinzessin“, sie liegt in einem Glasgefrierschrank im Museo Santuarios Andinos in Arequipa. Sie wurde 1995 von Bergsteigern gefunden und durch die eisigen Temperaturen auf dem Gletscher ist der kleine Körper des 14-jährigen Mädchens auch nach über 500 Jahren noch sehr gut erhalten. 

Wir hatten hier das Glück eine deutsche Führung von einem Peruanischen Studenten zu bekommen und die Mädels sind staunend mit offenen Mündern durch die Ausstellung gegangen. Ein bisschen gegruselt haben sie sich auch vor der Leiche. Sehr interessant und aufschlussreich, wenn man mehr über die Inka-Kultur erfahren möchte.

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P1120378.jpgTrotz der Größe der Stadt, wirkt Arequipa, mit seinen schönen Bauten und Innenhöfen, wie eine Kleinstadt in Spanien. Die quirlige, liebevolle und entspannte Stadt ist nicht weniger spannend als Cusco… nur eben nicht ganz so überfüllt. Alleine das tolle Panorama und die lecker Küche hier sind eine Reise wert. Auch mit lauffaulen Kindern ( wie unsere ) kann man ich Arequipa fast alles gut zu Fuß erreichen und hat tolle Aktivitäten zu Auswahl. Wir fühlten uns hier sehr wohl und reisten mit tollen Eindrücken und Momenten im Gepäck weiter.

Von Arequipa ging es für uns mit dem Flieger weiter nach Cusco… aber Vorsicht ist hier geboten, besser reist man mit dem Bus, um sich weiter an die Höhe zu gewöhnen. Sonst könnte man Probleme mit der Höhenkrankheit bekommen. Im Zweifel einfach eine Tasse Coca-Tee mehr trinken.

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Ica – die Wüstenstadt

Sand, Pisco, Weingüter, Hitze, Schokolade, eine Oase mitten in der Wüste und eine wilde Sandbuggy Tour… all das hat unsere nächste Station zu bieten…

Auf der tollen Küstenroute von Lima nach Arequipa machten wir Halt in Ica, das bekannt ist für die größte Dünenlandschaft Südamerikas und die vielen Bodegas und Weingüter an denen man, den von hier stammenden Pisco probieren kann.

Hier wurden wir aber erstmal erschlagen von den Temperaturen von über 30 Grad.

Ica liegt malerisch zwischen den Bergen der Anden und den Sandhügeln rund um die Wüste bei Huacachina.

P1120079.jpgDas einzig freie Taxi am Busbahnhof war ein kleines, recht herunter gekommenes Auto, gefühlt noch kleiner als ein Mini. Doch der Fahrer befestigte unsere großen Rucksäcke mehr oder weniger gekonnt auf dem kleinen Autodach. Auch das Anfahren dauerte etwas länger, da der Taxifahrer wohl keinen Schlüssel besaß und das Auto noch schnell kurzschließen musste 🙂

IMG_6937.jpgIca Adventure Hostel

Unsere Unterkunft war das Ica Adventure Hostel, ein modernes Hostel mit einer Terrasse und einer Bar, in der es Morgens Frühstück gibt. Mittags gibt es einen sehr günstigen, typisch peruanischen Lunch und man trifft hier dann viele Einheimische. Abends gibt es Drinks und Fast Food, Billiard, Kickertisch und Tischtennis… ein Fest für die Kids.

P1110770.jpgSchokoladenfabrik Helena

Die sehr leckere und weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte Ica-Schokolade bekommt man hier in der Schokoladenfabrik Helena. 57954278430__C6F2A10C-8BD3-42D8-B42A-AC7B36E31060.jpgDurch eine große Glasfront kann man bei der Herstellung zu sehen, bevor man sich im fabrikeigenen Shop mit Schokolade in allen möglichen Geschmacksrichtungen eindeckt

Mit Zoe und Lilith für uns natürlich ein Pflichttermin. Vollgepackt und mit Schoko um die Münder vom Probeessen verließen wir zufrieden die Schokoladenfabrik.

Da wir nur zwei Tage für Ica eingeplant hatten und die Mädels am Tischkicker und Billardtisch festklebten, erkundeten wir leider nicht allzu viel von der Stadt… zu allem Überfluss hatten die beiden im Barpersonal des Hostels auch noch begeisterte Mitspieler gefunden. So konnten Steffi und ich aber Abends auf der Terrasse wahlweise unser kaltes Bier oder unseren frisch gemixten Pisco Sour genießen 🙂

Buggy Tour & Sandboarding in Huacachina

Ein toller Tagesausflug ist die Tour in die Oase Huacachina, erst ab Nachmittags zu empfehlen, da es dort davor viel zu heiß ist. Das kleine Städtchen selbst ist recht touristisch, aber trotzdem ein schönes Fleckchen rund um den See mitten in der Wüste am Stadtrand von Ica.

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P1110836.jpgEin schnelles, rasantes und wildes Abenteuer ist die überall angebotene Sand Buggy Tour. Hier fuhren wir ( bzw. wurden gefahren ) mit einem Affenzahn über die Sanddünen… o-Ton Zoe und Lilith: „Aaaahhhh… wow…. das ist ja wie Achterbahn fahren!“

Unser Fahrer hielt an vielen Stellen, an denen man einen traumhaften Blick über die Wüstenlandschaft hatte. An den steilsten Dünen gibt es die Möglichkeit mit einem „Holz Snowboard“ seine Sandboard-Fähigkeiten zu testen. 

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P1110863Von einer der höchsten Dünen aus beobachteten wir noch gemeinsam den romantischen Sonnenuntergang. Somit endete dieser tolle Ausflug in der Wüstenlandschaft Huacachina. Auf dem Rückweg zum Hostel waren wir uns sogar einig, dass es vielleicht zusammen mit den Safaris in Afrika und dem Kanuausflug in Vietnam einer der schönsten Tage der gesamten Reise war.

P1120043Abends ging es für uns weiter… dreizehn Stunden mit dem Nachtbus. Nach Arequipa, die auf 2.300m Höhe gelegene Stadt in den Anden, wird wegen den hellen Gebäuden aus weißem Vulkangestein auch die „Weiße Stadt“ genannt.