Von Durban nach Port St. Johns

Am Sonntagmorgen flüchteten wir aus dem Großstadtgetümmel über die N2 immer an der Ostküste entlang Richtung Port St. Johns. Port St. Johns ist eine kleine Hafenstadt, direkt am Indischen Ozean gelegen, in der Provinz Ostkap.

Der Ort ist eines der touristischen Zentren an der sogenannten Wild Coast und gilt als beliebtes Ziel für Backpacker.

Auf dem Weg dorthin recherchierte Steffi etwas über die Strände vor Ort… und ohne je etwas in unserem Reiseführer darüber gelesen zu haben, stolpert man nach der Eingabe des Ortsnamen auf Google sofort auf unzählige Berichte über „Shark-Attacks“. Am Ende erfuhren wir, dass der dortige „Second Beach“ als einer der gefährlichsten Strände weltweit gilt, was Hai-Angriffe angeht. In den letzten sechs Jahren gab es dort, vor allem in der Sommerzeit, sieben tödliche Hai-Angriffe.

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Was die Stimmung im Auto natürlich etwas trübte, da wir den Kindern doch erzählt haben, dass es jetzt endlich ans Meer geht. Und wir schön am Strand chillen können…

Der Weg Richtung Ostkap führte uns durch eine saftig grüne Hügellandschaft, mit einem wunderschönen weiten Blick. Wir durchfuhren, auf einer holprigen Landstraße ( wieder mit vielen die Straße querenden Schafen und Kühen 🙂 ), unzählige kleinere Bergdörfer.

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Hier fiel uns vor allem auf, dass es in fast jedem Dorf, zwei größere Sammelplätze am Sonntag gab. Einmal eine Art Gemeindezentrum, ähnlich einer Kirche, an dem wohl eine Art Gottesdienst abgehalten wurden und zum anderen ein Bottle- oder Liquor-Shop, an dem sich der Rest des Dorfes traf. Diese Eindrücke beherrschten unsere Unterhaltungen, über die Armut und das Leben der Menschen im ehemaligen Homeland Transkei, das 1976 die sogenannte Unabhängigkeit erhielt. Die Transkei war der größte durch die Apartheidpolitik geschaffene „Autonomenstaat“ für Schwarze innerhalb Südafrikas. Dort leben hauptsächlich Xhosas, der Stamm zu dem auch Nelson Mandela gehört.

Noch heute ist dies das ärmste und rückständigste Gebiet des ganzen Landes.

52j9oa8kQsK+uYkKB%MjZQ_thumb_7081vRFRlSdWTQmxiFQ%uSRb9A_thumb_71ebHier beeindruckte die unglaubliche Naturkulisse, vor allen Dingen als wir nach den unzähligen Serpentinen, von den Bergen gen Küste fuhren. Auf einmal eröffnete sich uns ein herrlicher Blick auf den tosenden Indischen Ozean, umrahmt von den dschungelähnlich bewachsenen Felsen.

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An der Second Beach „Strandpromenade“ erwartete uns allerdings eine Szene wie bei einer Party im Görlitzer Park. Hunderte Einheimische feierten und tanzten zu Musik aus Autos, überall wurde gegrillt ( selbst in Einkaufswagen ), Rauschwaden lagen in der Luft, Müll überall verteilt, soweit das Auge reichte und der Alkohol floss in Strömen.

Unsere Unterkunft, das „Delicious Monsters“, befand sich am Ende der abenteuerlichen Second Beach Road. Romantisch an einem kleinen Hang gelegen, mit freiem Blick von der traumhaften Terrasse auf den Second Beach. Das hier subtropische Klima und der süßliche Geruch nach Flieder und Jasmin war das komplette Kontrastprogramm zur Atmosphäre der Großstadt Durban.

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Mit einem kühlen Weißwein genossen wir Abends den Blick Richtung Strandbucht und auf den Dschungel mit den vielen Affen in den riesigen Bananenbäumen.

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Am nächsten Morgen genossen wir erst den postkartentauglichen Sonnenaufgang und dann ein leckeres Frühstück, im hauseigenen Restaurant, auf einer niedlichen Terrasse mitten im Dschungel-Wirrwarr.

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Danach machten wir uns auf den Weg an den Strand, mit leicht mulmigem Gefühl, nach den Horror-Hai Stories. Doch die tosende Brandung des Indischen Ozeans machten ein Schwimmen hier sowieso unmöglich. Hier wurden wir sehr feucht-fröhlich von der immer noch feiernden örtlichen Jugend empfangen, die am Strand ( schon ab 09.30 Uhr 🙂 ) Ihren „Heritage-Day“ feierten, ein südafrikanischer Nationalfeiertag. Dieser Feiertag wird seit dem Ende der Apartheid begangen. Alle Südafrikaner sollen sich gegenseitig für Ihren Anteil am „Neuen Südafrika“ ehren, sich Ihrer kulturellen Unterschiede bewusst sein und gegenseitig wertschätzen und Südafrika zu einem starken, vereinten und glücklichen Land machen. Kurzfristig avancierten wir zur Attraktion des Strandes, da alle Afrikaner mit uns zusammen Selfies machen wollten.

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Die Kinder spielten noch gemeinsam mit Ayla, die siebenjährigen Tochter der Eigentümerin, an der „Jungle-Swing“, fast wie im Dschungelbuch. Abends gab es noch, stilecht für Südafrika und den Heritage-Day, ein „Braai“ ( Braais sind südafrikanische Grillfeste mit Familien und Freunden ) mit leckeren Lamm-Chops und ChickPeas-Salat… Port St. Johns wir kommen gerne wieder.

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2 Einträge zu „Von Durban nach Port St. Johns

  • Auf diese Terrasse hättet ihr uns gerne auf einen ChickPeas-Salat und einen kühlen Weißwein einladen können 🙂 herrliche Aussicht!! das hat vermutlich euch wenigstens für das nicht mögliche Baden an einem der gefährlichsten Strände entschädigt 😉
    Passt auf euch auf.

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