Von Bangkok nach Koh Chang

Bangkok, 11. November um 05.30 Uhr… laute knatternde Mopeds, aufgedrehte Radios mit thailändischer Musik und laute, kichernde Mamis, die sich über mehrere Stände und Garküchen hinweg unterhalten… so wurden wir auch an unserem letzten Tag mitten in Bangkok geweckt.

Vollgepackt mit unseren Rucksäcken und einer extra Tasche ( offiziell mit Proviant für die Reise… in Wahrheit aber voll mit *psst* Geschenken für Lilith`s anstehenden Geburtstag ) schnappten wir uns auf der Ratchadaphisek Road das erstbeste Taxi und fuhren zur Ekkamai Bus Station. Hier aßen wir nochmal ein ausgiebiges Frühstück und warteten bis unser Bus „999“ Richtung Laem Ngop abfahrbereit war. 

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Wir hatten die ersten beiden Zweierreihen direkt hinter dem Fahrer, Lilith und Zoe wählten die 1. Reihe und waren sofort vertieft in Ihre Hörspiele. Somit hatten Steffi und ich endlich Mal Zeit uns zu unterhalten. Am Anfang fühlten wir uns kurz wie zwei Teenies, die nicht so recht wissen über was sie sich unterhalten sollen, so überrascht waren wir von der plötzlichen Konstellation. Irgendwann grooveten wir uns aber ein und genossen die entspannte fünfstündige Busfahrt.

Nach drei Stunden gab es mitten in der thailändischen Pampa eine Pause an einem Rastplatz. Hier machten Zoe und Steffi zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem typischen Thai-Klo, die meisten werden es kennen. Eine im Boden einbetonierte Toilettenschüssel, mit den rechts und links vorgesehenen Trittbrettern… ich wusste noch nicht das der Busfahrer es extrem genau mit seinem Fahrplan nimmt und die „Pinkelpause“ nur zehn Minuten dauern sollte. Jedenfalls sah ich mich noch etwas an den angrenzenden Food-Ständen um, als Lilith zu mir kam und sagte: „Papa, ich muss Pipi… jetzt sofort.“ Zoe und Steffi schlenderten derweil schon wieder Richtung Bus. Eigentlich wollte ich Lilith, wie so oft an Raststätten ganz klassisch „abhängend“ über die Toilette heben, aber sie bestand vehement darauf, dieses „coole Klo“ ( o-Ton Lilith ) selbst zu benutzen. Also mussten zu erst die Sandalen ausgezogen werden, die Hose und anschließend die Unterhose, da für Ungeübte es schnell in die Hose gehen kann, da diese nicht im Weg sein sollte. Dies passierte alles in einer extrem engen Toilettenkabine, die drei Zentimeter unter Wasser stand, da die Thais kein Toilettenpapier benutzen, sondern einen Wasserschlauch, und bei gefühlten 42 Grad. Als wir endlich soweit waren und Lilith barfuß und unten rum nackt ganz stolz auf den Trittbrettern über der Toilette stand… klopfte auf einmal Zoe an der Kabinentür und rief: „Papa, Papa… beeilt euch, alle sind schon im Bus und der Busfahrer ist schon ganz sauer und ruft irgendwas auf thailändisch…“ 

Klitschnaß vor Schweiß versuchte ich Lilith auf dem Arm hebend, wieder in Ihre Unterhose, Hose und Schuhe zu zwängen, während ich merkte *Mist*… ich müsste eigentlich auch nochmal. Ich verkniff es mir und hastete mit Lilith auf dem Arm zurück zum Bus und versuchte den finster dreinblickenden Busfahrer mit einem doofen „Touri-Grinsen“ einigermaßen zu beschwichtigen.

Die letzten beiden Stunden gingen dann doch schneller vorüber als gedacht und ich konnte endlich auf die Toilette…  von Laem Ngop sahen wir nicht viel außer das Pier, von wo aus unsere rostige Fähre Richtung Koh Chang ablegte.

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Auf der Fähre machte sich bei uns Vier auch gleich eine entspannte Stimmung breit und wir freuten uns auf Sonne, Strand und Meer. Schon vom Festland aus konnten wir die mit dichtem Dschungel bewachsene Elefanteninsel Koh Chang sehen.

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Ein für die thailändischen Inseln typisches offenes „Jeep-Taxi“ brachte uns zum „Nature Beach Resort“. Eigentlich eine ganz klassisch touristische Herberge, aber von uns ganz bewusst gewählt, um endlich mal die Füße hochzulegen und zu relaxen.

Wir hatten zwei ganz spartanische Bungalows, mit jeweils zwei Einzelbetten, wobei ein Bungalow abwechslungsweise Zoe und Lilith`s Spiel- und Rückzugsort, sowie mein Schlafzimmer war. Das Resort liegt postkartentauglich direkt am „Lonely Beach“, mit weißem Sand, kristallklarem Wasser, eingerahmt vom hügeligen Dschungel-Panorama. Hier konnten wir die sechs Tage zum ersten Mal auf unsrer Reise richtig entspannen.

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Thai Massage, im Pool abkühlen, Kokos-Shakes und frisch geschnittenes Obst von unserem Lieblingsstand im angrenzenden Dorf holen oder mit Zoe´s neuester Errungenschaft, dem überdimensionalem Einhorn im Meer planschen und Abendessen am Strand, mit spektakulärer Feuer-Show. So sahen unsere Tage hier aus…

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Ich ging immer gerne zum Sonnenuntergang mit den Kids ( und unserem dritten Kind dem Einhorn ) ins Wasser, wobei wir uns hierbei, glaube ich zumindest, nicht immer ganz beliebt machten. 

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Da die ganzen Pärchen am Strand immer während der Dämmerung ihre Smartphones zückten und versuchten ein perfektes Instagram-Bild vom Sonnenuntergangs zu schießen. Und wir das Panorama mit unserem riesigen Einhorn „störten“ oder auch bereicherten, je nachdem wie man es sieht.

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Die Kids wirkten hier nach ein paar Tagen richtig entspannt und lautstarke Auseinandersetzungen  wurden hier zur Seltenheit, außer es musste vor dem Abendessen geduscht werden oder es gab keine Sprite, Pizza oder das gewünschte Eis… ansonsten war es durchweg harmonisch.

Zoe und Lilith freundeten sich ziemlich schnell mit einem Mitarbeiter des allesamt sehr liebenswerten Personals an. Den sie liebevoll „den Deutschen“ nannten, da er der erste Thai war, der mit Ihnen deutsch sprach. Wobei es sich auf „Hallo“, „Na wie geht’s Dir?“ und „Tschüss“ beschränkte. Aber das tägliche „Lilith, Zoe na wie geht´s Dir?“ zauberte den Mädels immer ein Lächeln ins Gesicht. Ich fand ja eher das er den Spitznamen „Neymar“ erhalten sollte, da er eins zu eins wie der theatralische Brasilianer von Paris St. Germain aussah…

Am 14. November feierten wir auch Lilith´s 5. Geburtstag hier. Steffi und Zoe besorgten am Vortag eine kleine Schokotorte und ich erstellte mit Zoe eine iTunes-Lilith´s-Birthady-Playlist. Frühmorgens schlich ich mich gemeinsam mit Zoe aus dem Bungalow und wir schmückten Lilith´s Geburtstagstisch mit Ihren Geschenken direkt am Strand… Neymar war so lieb und stellte uns noch Teller und Besteck für die Torte bereit.

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Nach dem traditionellen Geburtstags-Wecken zelebrierten wir ausgiebig Lilli`s Geburstags-Frühstück und Mittags gab es zur Feier des Tages auch Pizza und Limo. Im Laufe des Tages war Lilith aber etwas bedröppelt: „Mama, Papa, ich habe ja gar keine richtige Party und mir fehlen meine Freunde und Geburtstagsgäste.“ Kurzerhand organisierte ich noch eine kleine Schatzsuche am Strand und so konnte wir Lilith´s Stimmung zumindest wieder etwas heben. Abends vorm Schlafengehen… sahen wir uns noch einige angekommene „Glückwunsch-Videos“ an und führten ein paar „Glückwunsch-Video-Telefonate“ und konnten so noch Lilith´s Durst nach „externen“ Glückwünschen stillen.

 

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Nach einer Woche zogen wir auf der Insel nur einige Kilometer weiter ins Elephant Bay Resort. Hier war nicht alles so sauber geleckt und tourimäßig, wie im vorigen Resort, aber auch hier konnten wir in unseren Entspannungsmodus weiterführen.

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Tatsächlich beschränkten wir unsere Aktivitäten auf morgendliches Basteln oder Schulaufgaben mit frischem Obst und Fruchtshake, im Pool baden, Mittagessen bei einer der leckeren Garküchen, Sport machen, im Pool baden, Abendessen, Vorlesen und Schlafen gehen… wenn Steffi und ich nicht allzu müde waren, noch ein paar Seiten lesen oder eine Lektion Babbel…

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Aber gerade die vermeintliche Eintönigkeit und Ruhe in unserem Alltag bescherte uns mehrere Tage am Stück von… mir fällt es fast schwer es hier zu schreiben… Harmonie.

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Als unsere Lieblingsanlaufstelle zum Essen entwickelte sich ziemlich schnell eine „Thai-Mami“ ( ist das politisch eigentlich korrekt, wenn man das so sagt? ) am Ende der Hauptstraße in dieser Ecke der Insel.

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Anhand der verknickten und zerfetzten Speisekarte war leider nicht zu erkennen, welchen Namen der Laden hatte. Wie die meisten „Restaurants/Garküchen“ bestand der Gastraum aus draußen aufgestellten Plastikstühlen und gekocht wurde in der eigenen Küche oder im offenen Wohnzimmer. Meist kochten hier immer die Mamis, während der Mann gerne am Motorroller oder am defekten Motor der Klimaanlage schraubte und der Opa auf einem Stuhl saß und die Szenerie stillschweigend beobachtete.

Hier wurden wir zu gern gesehenen Stammgästen und unsere Mami kannte schon Zoe`s Spezialbestellung der Nudelsuppe und Lilith`s Thai-Omelette mit Reis… Grinsend sagte sie immer ganz süß kopfnickend: „Okai… no spicy“.

Steffi und ich aßen uns im Laufe der Tage fast einmal komplett durch die Karte. Hervorragend war aber vor allem Ihre „Green Curry Soup“ und der „Som Tam“… ich hatte schon gefühlt zehn verschiedene Papaya-Salate während unseres Thailand-Aufenthalts gegessen, aber dieser hier war zwar wie fast alle extrem scharf ( sieht man auch an meinen tränenden Augen, siehe Bild oben ), aber geschmacklich der bisher Beste. Wäre mein Thailändisch etwas besser, hätte ich Ihr gerne gesagt: „Mega geiler Papaya-Salat, fast so gut wie meiner!“

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Auf dem Rückweg machten wir immer Halt beim Obststand holten uns alle Vier noch jeder einen leckeren Frucht Shake. Unser Favoriten waren je nach Laune … Ananas, Maracuja, Kokos oder Limette. Während der Zubereitung durften wir immer im angrenzenden Wohnzimmer warten.

Nach Zwei Wochen war unsere Zeit auf Koh Chang vorbei. Unser „Inselhopping“ ging in die nächste Runde, am nächsten Morgen wartete unsere Fähre Richtung Koh Kood.

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