Buenos Aires

Tango, Rotwein, Fußball, riesige Steaks, Chimichurri, prächtige Alleen und historische Gebäude… nach vielen Monaten in Afrika, Asien, Australien und Neuseeland war Buenos Aires fast wie nach Hause kommen. Die argentinische Hauptstadt, in deren Metropolregion mehr als 13 Millionen Menschen wohnen ist durch und durch spanisch geprägt, weshalb wir uns sofort wie zu Hause fühlten. Wir waren sofort verliebt in Buenos Aires… das bunte Treiben an den tollen Plätzen bis spät in die Nacht und die lebensfrohe Art der Porteños, wie sich die Einwohner Buenos Aires selbst nennen, war genau unser Ding.

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Aber die Stadt nur auf seine spanische Kultur zu reduzieren, würde ihr nicht gerecht werden. Das südamerikanische Flair ist doch nochmal etwas anderes, als beispielsweise in Barcelona. Rund ein Drittel der gesamten Bevölkerung Argentiniens konzentriert sich auf dieses „kleine“ Fleckchen des weitestgehend menschenleeren Landes. Doch diese Konzentration macht die Stadt auch zu einer der aufregendsten der Welt. Buenos Aires gilt daher auch als eine der zehn lebenswertesten Städte weltweit. Doch diese Ballung ist gleichzeitig wohl auch Buenos Aires` größter Fluch. Weshalb die Einwohner und oft auch Touristen über „das Moloch Buenos Aires“ schimpfen. Wenn man mal wieder fast von einem Auto überfahren wurde, die tausendfach hupend durch die engen Straßen rasen oder in einen der unzähligen Hundehaufen getreten ist.

Doch wahrscheinlich dieser Kontrast aus Chaos, stinkendem Verkehr und eben wunderschönen stillen Gassen, tollen Hinterhöfen und die klagenden Tangomelodien machen die Faszination dieser Stadt aus.. 

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Im Jahr 2005 wurde Buenos Aires von der UNESCO als „Stadt des Designs“ ausgezeichnet. Durch die modernen Gebäude gepaart mit den alten Vierteln und ihrer fantastischen Architektur, sowie den historischen Avenidas zeigt sich die Stadt auch als solche.

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Der Weg nach Buenos Aires

Nach stundenlangem Warten auf dem Airport in Auckland und dem gefühlt sechsundneunzigsten 1-Minuten-Trailer über die „All Blacks“ ( das neuseeländische Rugby-Nationalteam) auf einer der vielen Fernsehbildschirme kam endlich das Zeichen zum Boarding. Der zwölfstündige Nachtflug war viel entspannter, als gedacht. Wir hatten jeweils zwei 2er Sitze ganz hinten im Flieger, weshalb man gefühlt etwas ruhiger und entspannter mit den Kids agieren konnte. Nach jeweils einem Film waren Zoe und Lilith so müde, dass sie sich ganz gechillt mit ihren „Air New Zealand-Schlafbrillen“ quer auf die Sitze legten und einschliefen… so konnten Steffi und ich auch etwas entspannen.

Etwas erschöpft, aber eigentlich ganz gut aufgestellt, landeten wir am späten Nachmittag in Buenos Aires. 4 Stunden früher als wir am Abend los geflogen sind. 16 Stunden Zeitverschiebung in die Vergangenheit. Kurios….

Dieser Jetlag sollte uns erst die nächsten Tage so richtig heimsuchen.

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Im Taxi waren wir erstmal etwas perplex… „sind das die Toten Hosen die da laufen?“… „Si, si… Duseldoff… Alemania!“… unser Taxifahrer war ein großer Fan und erzählte uns, dass es hier in Buenos Aires ein große Fangemeinde gibt.

Unser Apartment lag in San Telmo, ein altes Stadtviertel im Südosten von Buenos Aires. Ein perfekte Entscheidung von Steffi uns hier ein Unterkunft zu buchen. Denn das alternative Künstler-Viertel mit seinen prachtvollen Altbauten, den vielen Cafés, der tollen Markthalle und dem Plaza Dorrego, dem Herzen San Telmos, war der perfekte Ort für unseren ersten Aufenthalt in dieser Stadt.

Unser Wohnung im Casa San Telmo war eingerichtet mit antiken Möbeln, einer offenen Küche mit Tresen, einem kleinen Patio und Tango-inspirierten Bildern an der Wand… wenn dazu noch unsere Nachbarin wieder Geige spielte und wir mit einem Glas Rotwein auf dem Balkon standen, fühlten wir uns wie in einem argentinischen Film.

Apropos Nachbarn… das tolle am Reisen sind ja vor allem die Bekanntschaften mit all den unterschiedlichen Menschen. Über uns wohnte Ben aus Brooklyn, dessen Vater Chinese ist und seine Mutter Kubanerin, weshalb er auch fließend spanisch spricht. Er hatte sich aber hier „nur“ für zwei Monate eingemietet hatte, um Tango zu lernen. Er arbeitet als Architekt in New York City und sein Bruder ist ein sehr berühmter Wissenschaftler in den Staaten. Ich erzählte ihm, dass ich vor ungefähr zwanzig Jahren mal mit meinen Eltern in New York war.

Mit zwei kleinen Kindern ist städtisches Nachtleben eher nicht mehr Priorität Nummer eins, gerade wenn man auf Weltreise ist und kein Babysitter vor Ort ist.

Doch da unser Tagesrhythmus durch den Jetlag komplett auf den Kopf gestellt war… wir schliefen bis mittags und waren bis Nachts um vier Uhr wach… waren wir des öfteren mit den Kids auch bis spätabends in unserem Viertel unterwegs. So konnten wir beim berühmten sonntäglichen Tango-Abend am Plaza Dorrego zusehen. Dort treffen sich alle Tango-Begeisterte zum offenen und freien Tanz, mit vielen Zuschauern, die mit Ihrem Quilmes-Cerveza oder Glas Rotwein den Tango-Melodien lauschen. Und wir merkten mal wieder, dass der spanisch-mediterran angehauchte Lifestyle einfach unser Ding ist…

Am nächsten Morgen machten wir einen Ausflug ins wohl bekannteste Viertel Buenos Aires`… La Boca.

Das Arbeiterviertel im Osten der Stadt gilt als das ärmste, doch die bunten Wellblechhäuser rund um die enge Gasse Caminito zählen auch zu den bekanntesten Bildern der Stadt.

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An den alten Hafenanlagen gibt es viele Ausstellungen die an die Frühzeit des Einwandererviertels erinnern. Das wirkliche Leben spielt sich heutzutage aber außerhalb der Touristenstrecke rund um den Caminito ab.

Hier wird man von mit Speisekarten winkenden Herren förmlich in Restaurants reingezogen oder kann sich mit einem Diego Maradona-Double ablichten lassen. Von den Balkonen winkt Dir eine Pappmaschee-Evita zu und Straßenhändler buhlen um die Gunst der Touris. 

Und alles, wirklich alles ist hier in die Farben gelb und blau gehüllt… die Farben des bekanntesten argentinischen Fußballclubs : den Boca Juniors. Hier hat der Fußball noch einen komplett anderen Stellenwert, als beispielsweise bei uns. Der Superclassico zwischen Boca und River Plate ist das vielleicht emotionalste und heißestes Derby der Welt. Die Oberklasse ( River Plate ) gegen die Arbeiterklasse ( Boca Juniors ).

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An unserem letzten Tag besuchten wir noch den Stadtteil Palermo im Nordosten von Buenos Aires. Palermo ist unterteilt in die Stadtteile Hollywood und Soho und vergleicht sich hier auch ganz bewusst mit seinen großen Brüdern in Los Angeles und New York. Die New York Times gab  Palermo einst den Titel der „hippest hood“ und vieles erinnert hier auch an Berlin Mitte. Viele Cafés, kleine Restaurants, schicke Modeläden, Kunstgalerien und kleine grüne Parkflächen.

Nirgendwo in der Stadt sind die Straßen aber auch so ruhig, wie hier, durch das viele Kopfsteinpflaster müssen die Autos hier gezwungenermaßen langsamer fahren und so lebt man hier als Fußgänger auch bedeutend ungefährlicher. 

Abends gab es zum Abschluss nochmal leckere Empanadas auf dem Mercado San Telmo und ein letztes Glas Malbec, bevor es am nächsten Morgen weiter Richtung Santiago de Chile ging.

Buenos Aires war mit seinem europäischen Flair gepaart mit dem Durcheinander einer lateinamerikanischen Weltmetropole ein perfekter Einstieg in unser Abenteuer Südamerika.

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