Von Karlsruhe nach Johannesburg

Nun war es endlich soweit….

Am Montag sattelten wir zum ersten Mal unser komplettes Gepäck auf und machten uns auf zum Karlsruher Bahnhof.

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So wird es sich nun das komplette nächste Jahr anfühlen… wow schon ein komisches Gefühl….

Ganz alleine zu viert wollten wir uns eigentlich auf und davon machen, aber am Karlsruher Hauptbahnhof erwartete uns dann doch ein kleines „Abschiedskomitee“, dass uns mit einigen Tränen in die große weite Welt verabschiedete. Mit dem ICE ging es dann zum Frankfurter Flughafen.

Am Frankfurter Flughafen wussten wir zum ersten Mal jetzt wird es ernst…

Für die Kinder war der Trubel am Frankfurter Airport natürlich sehr aufregend und staunend blickten Sie auf die große Anzeigetafeln. Hier fühlten wir zum ersten Mal, dass wir nun wirklich für ein Jahr, nur zu Viert, unterwegs sein werden.

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Um 20.45 Uhr Ortszeit hob unsere South African Airline Maschine Richtung Johannesburg ab. Unser Plan, dass die Kinder entspannt den ganzen Flug schlafen, ging leider nicht ganz auf. Bis wir alle Vier eine einigermaßen akzeptable Schlafposition in unserer Viererreihe im Flugzeug gefunden hatten, verging doch etwas Zeit. Schlussendlich hatten Steffi und ich jeweils ein liegendes, mal strampelndes, mal schnarchendes Kind auf dem Schoß.

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Etwas übermüdet, aber auch erleichtert und glücklich kamen wir um 07:30 Uhr Ortszeit am Airport in Johannesburg an.

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Unsere erste Unterkunft war in Melville, ein Stadtteil etwas außerhalb von Johannesburg. Auf dem Weg mit dem Auto dorthin vom Flughafen, machten wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem dortigen Linksverkehr. Mit Links schalten und spiegelverkehrt in den Kreisverkehr fahren ist erstmal recht gewöhnungsbedürftig. Da hier im Straßenverkehr aber vieles nicht so eng genommen wird, fiel das ein oder andere falsche Einordnen auch nicht so auf. Aber hierzu später mehr…

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Unsere Gastgeber in Melville, Susanne und Niels, machten uns, mit Ihrer sehr gastfreundlichen, lustigen und sympathischen Art den Start der Reise sehr leicht. Ihre Kinder Fynn und Yann waren gleich tolle Spielkameraden für Zoe und Lilith. 

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Morgens beim einem gemütlichen Kaffee oder Abends beim leckeren „Potjiekos“ ( ein südafrikanisches Nationalgericht ), bekamen wir von Susanne und Niels tolle Tips und Routen-Vorschläge für unsere weitere Südafrika-Rundreise.

Melville, unsere Heimat für die ersten vier Tage, ist ein Vorort von Johannesburg in der Provinz Gauteng. In den kleinen Straßen findet man viele nette Cafés und Kunstgalerien in den Hinterhöfen. Zum kleinen Mittagessen oder für einen entspannten Nachmittags-Kaffee ein perfekter Ort. Hier merkten wir auch sofort, dass man in Südafrika, für vermeintlich weniger Geld, Essen gehen kann. Aber es fällt auch extrem auf, dass in der Gastronomie, beziehungsweise in fast jedem Dienstleistungsgewerbe, ausschließlich Schwarze arbeiten. Und, zumindest in den Restaurants, fast nur Weiße essen gehen…

Regenbogen-Nation in schwarz-weiß ?

Südafrika wird auch die Regenbogennation genannt, wegen der vielen unterschiedlichen Volksgruppen, die hier zusammenleben. Man sieht hier, dass es funktioniert. Aber an einigen Stellen und in einigen Situationen erkennt man aber auch, dass dieses Land noch immer unter der dunklen Periode der Apartheid zu leiden hat.

Das Apartheid-Museum beeindruckend und bedrückend.

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Eine unserer ersten Touren führte uns ins Apartheid-Museum, welches durch seine tolle Architektur beeindruckt und sehr detailliert die Entstehung und das Ende der Apartheid dokumentiert. Ebenso auch die bis Heute andauernde Aufarbeitung.

Als krasses Kontrastprogramm, kann man  direkt nebenan den „Gold Reef Park“ besuchen, Johannesburgs größter Freizeitpark. Thematisch wird hier die Geschichte der „Goldgräber Stadt Johannesburg“ dargestellt, mit vielen Fahrgeschäften und Freizeitaktivitäten.

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Soweto… South Western Townships.

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Am folgenden Tag, machten wir eine Tour, durch das wohl berühmteste Township Johannesburgs, Soweto… weltbekannt durch den Aufstand afrikanischer Schüler, der am 16. Juni 1976 begann. Unsere Gastgeberin Susanne vermittelt uns den Kontakt zu der sehr liebevollen und charismatischen Nontsikelelo , genannt Tsiki, die uns durch Ihre Heimat führte. Tsiki lebte 20 Jahre in Berlin und kehrte erst vor einigen Jahren wieder zurück nach Soweto. Tsiki ließ uns am Alltag der Sowetis teilhaben.

Wir liefen weite Weg zu Fuss, wie die meisten Sowetis, die fast alle kein Auto besitzen und kein Geld für ein Taxi haben. Wobei eine Taxifahrt innerhalb Soweto nur circa 10 Rand ( 0,57 Cent ) kostet. ( Zur Info: Soweto hat nach inoffiziellen Schätzungen eine Einwohneranzahl von 3,5 Millionen Menschen auf 130 qkm Fläche.)

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Taxen sind hier kleine Minibusse, die bis zu 12 Personen aufnehmen. Ein- und Aussteigen erfolgt einfach am Straßenrand, wo man gerade steht oder hin möchte. Das Geld für die Fahrt wird von den Gästen von hinten nach vorne eingesammelt und dem letzten Gast auf dem Beifahrersitz übergeben. Er ist dafür verantwortlich, dass die Beträge stimmen und er muss auch das Wechselgeld zurückgeben, um dann am Ende dem Fahrer den richtigen Betrag für alle Mitfahrer zu übergeben. Fehlt etwas, muss er es aus eigener Tasche bezahlen.

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Zoe und Lilith erfreuten sich sehr über die vielen Straßenstände, die hauptsächlich verschieden Sorten von buntem Popcorn verkauften. Auch das ehemalige Wohnhaus von Nelson Mandela fanden Sie sehr spannend.

„shacks“ – die Wellblechhütten von Südafrika

Selbst in einem vermeintlich ärmeren Teil Johannesburgs gibt es noch ein sehr großes gesellschaftliches Gefälle. Dies zeigte uns die Tour in eines der vielen Shacks-Viertels. Mit Unbehagen und nachdenklich liefen wir durch die engen Wege zwischen den vielen Wellblechhütten. Hier fehlt es wirklich an allem…..

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In einer dieser „Shacks“ wohnen vier Generationen zusammen, dies bedeutet hier bis zu 24 Personen auf nicht einmal 10 qm. Die meisten der Kinder gehen hier nicht zur Schule. Nur ein Gleisbett trennt diese Viertel zu dem schicksten Hotels Sowetos. The different faces of Joburg………

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Von Soweto nach Melville – die Irrfahrt durch Joburg

Nach diesem recht ereignisreichen und bewegenden Tag in Soweto, mussten wir leider im Auto feststellen, dass wir das Ladekabel für unser Telefon vergessen hatten und das Akku erschöpft war. Ohne Karte und Navi machten wir uns auf den Weg Richtung Melville. Unser Weg führte uns ungewollt durch weitere Townships und Randgebiete von Joburg. Nach 3 stündiger Irrfahrt, durch die dunkelsten Ecken, kamen wir endlich völlig fertig aber sicher in Melville an. Nach einem Soweto-Beer unserer Gastgeber ging es uns wieder besser. 

Trotz diesem Ereignis, können wir nach unserem 5-tägigen Aufenthalt sagen, dass wir uns in Joburg sehr wohl und sicher gefühlt haben.  Wir hatten nie das Gefühl, dass wir uns in einer der „kriminellsten“ Städte der Welt befinden. Die Menschen waren alle sehr freundlich und  aufgeschlossen.

Gerne besuchen wir dich wieder Joburg.

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