Von Kapstadt über Singapur nach Bangkok

Es war noch stockdunkel draußen, als wir die Kinder weckten und uns ins Auto setzten. Etwas müde, aber auch aufgeregt fuhren wir zum Cape Town International Airport. Unser letztes Sperrgepäck bekamen wir schon direkt am Stand von Europcar los. Wir verschenkten die Kindersitze von Zoe und Lilith an einen Mann, der mich um ein paar Rand bat, als wir den Mietwagen abgaben. Nach einem ausgiebigen Frühstück am Flughafen bestiegen wir unsere Maschine der Singapore Airline Richtung Singapur, mit einem Tank-Zwischenstop in Johannesburg.

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Wow – was für ein Unterschied zu allen bisherigen Flügen. Von der Multimedia-Ausstattung, über das ständige servierte qualitativ hochwertige Essen, den besseren Service durch die sehr netten Flugbegleiter in hübschen asiatischen Kleider und der größeren Beinfreiheit. Das machte es Zoe und Lilith einfacher den sehr langen Flug zu überstehen. Ich hatte schon die letzten Tage in Kapstadt ein wenig Magenprobleme, weshalb der zwölfstündige Flug für mich weniger angenehm war… glücklicherweise hatte ich mit Lilith eine Dreierreihe für uns alleine, somit musste ich mich nicht dauernd, gespielt grinsend, an jemandem vorbei quetschen… irgendwann erreichten wir dann auch Singapur.

Dort angekommen preschte uns auf der Busfahrt zum anderen Terminal zum ersten Mal eine feuchtwarme Hitzewolke ins Gesicht. Auch neue Gerüche stiegen uns sofort in die Nase. Zoe: „Bäh Mama, hier riecht es ekelig, wie im Elefantenhaus im Zoo…hier bleiben ich nicht, ich will zurück nach Südafrika“ . Ganz so empfanden wir es nicht, aber der Geruch, die Lichter, die Geräusche, als das war eine komplett neue Welt.

Den Anschlussflug von Singapur nach Bangkok ( Ortszeit 08:00 Uhr ) schafften wir dann auch noch gut, obwohl wir natürlich alle übermüdet waren, da es für uns eigentlich 2:00 Uhr in der Nacht war.

Ziemlich schlapp und fertig kamen wir am Airport in Bangkok an und versuchten uns erstmal zu orientieren. Hoben ein paar thailändische Baht ab, kauften eine Thai-SIM Karte und suchten den Taxi Stand. Nach einer halsbrecherischen, einstündigen Taxifahrt während der morgendlichen Rushhour durch Bangkok… schaute mich Steffi immer wieder, nach einigen Manövern des dauerhaft telefonierenden Taxifahrers, panisch an. Die Kids schliefen während der gesamten Fahrt komatös auf dem Rücksitz. Für meine Magenprobleme war das andauernde ruckartige abbremsen und schlagartige Anfahren des Taxifahrers auch eher nicht so förderlich. 

Irgendwann erreichten wir unsere Unterkunft in einem Wohnkomplex in einer engen Seitenstraße im Stadtviertel Hai Khwang von Bangkok.

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Das Appartement war sehr einfach, aber recht gemütlich und wir genossen erstmal die kühle Klimaanlagenluft, nach der drückenden, feuchten Hitze in der Stadt und am Flughafen. Während Zoe und Lilith sich aufs Bett warfen und sofort wieder einschliefen, fiel Steffi auf, dass die iPads fehlten. Steffi schaute mich panisch fragend an und ich überlegte kurz… und unmittelbar lief vor meinem geistigen Auge der Moment ab, als ich kurz vor der Landung den Kindern die iPads, als fürsorglicher Vater, abnahm und sie, wie das Sicherheitsvideo vorschrieb, korrekt in die Tasche im Vordersitz schob… aber dort *fuckfuckfuckfuckfuck* auch stecken ließ.

Ich machte mich sofort auf zum nächsten Taxistand. Mit den vom Flug verschmuddelten Klamotten, immer noch mit Magenschmerzen und vor Schweiß triefend stieg ich zu einem mich sehr freundlich angrinsenden Thai ins Taxi und sagte: „Please to the airport…“.

Während der Fahrt versuchte ich verzweifelt bei den unzähligen Hotline`s von „Singapore Airlines Bangkok“ durchzukommen, doch außer des immer gleichen meditativen asiatischen Instrumentallieds an der anderen Leitung erreichte ich nichts. Fast schon am Aufgeben versuchte ich mein Glück direkt bei der Zentrale in Singapur und tatsächlich… nach einmaligem Klingeln… begrüßte mich eine freundlich Stimme mit perfektem Englisch. Ich schilderte kurz meine Situation und nach zehn Minuten rief mich der nette Herr zurück mit der Info, dass meine Tablets am Customer Info Counter für mich bereit liegen. Wow… was ein Service. Tatsächlich fuhr ich kurze Zeit später im Taxi erneut den Weg, nun zum dritten Mal, zurück zu unserem Appartement. Und präsentierte, fast stolz wie eine Beute, den Kids die wiedergefundenen iPads.

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Am frühen Abend erkundeten wir hungrig unsere Straße, mit den vielen Garküchen. Wie sich ziemlich schnell herausstellte, war unsere Gegend ein ursprüngliches Thai-Viertel, in welches sich so gut wie nie Touristen verirrten. Wehalb Zoe und Lilith bei fast allen Thais eine richtige Attraktion waren, mit Ihren blonden Haaren und ganz süß, vor allem von den Thai-Mamis, begrüßt wurden.

Die Kinder brauchten aber beide noch einige Tage um sich zu akklimatisieren. Zoe: „Papa, hier ist es voll schmutzig und stinkt… und das Essen da… esse ICH nicht… kannst du vergessen!“

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Steffi und ich waren begeistert von dem Essen… überall roch es nach Zitronengras, Ingwer, Galgant, angeschwitzten Schalotten und Chili… Herrlich… und vor allem verwundert waren wir von den Preisen. Wir hatten ja schon viel gehört, aber umgerechnet achtzig Cent für ein Abendessen sind schon… irgendwie krass.

Ganz so günstig wie in unserer kleinen Seitenstraße mitten in Bangkok, abseits der touristischen Strecken, sollte es aber nicht mehr bleiben, wie sich später herausstellte. Aber trotzdem noch extrem günstig im Gegensatz zu dem schon günstigen Essen in Südafrika, geschweige denn zu Berlin.

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Langsam gewöhnten sich die Mädels aber an das neue Klima, erfrischten sich jeden Tag am gemeinschaftlichen Pool des Apartment-Komplexes und Zoe aß Ihre nun lieb gewonnene Reisnudelsuppe ( ich musste nur vorher die Hühnerfüße- und Leber rausnehmen ) und Lilith entweder Ihren Sticky Rice oder Ihren Khao Pad.

Am nächsten Abend besuchten wir den „Ratchada Rot Fai Night Market“… so viel kann man gar nicht probieren… überall lachten uns Food-Stände an, an denen wir Halt machten und etwas probierten. Die Kinder tranken Ihre erste frische Kokosnuss und Steffi entdeckte Ihr Liebe zum Kokos-Shake.

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Nach Hause ließen wir uns, etwas überteuert, stilecht im TukTuk fahren…

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Am nächsten Tag wollten wir den Palast des thailändischen Königs besuchen, nach stundenlangen Diskussionen mit den Kindern, die lieber im kühlen Apartment bleiben wollten und Hörspiel hören, nachdem sie mitkriegten das man „nur“ den Palast anschaut und den König gar nicht sieht… schafften wir es schlussendlich doch noch los zu kommen. Wie sich später herausstellte aber etwas zu spät. Da wir unbedingt die, von unsere Gastgeberin vorgeschlagene Sightseeing – Route mit dem MRT ( quasi die U-Bahn Bangkoks ), dem SkyTrain ( hört sich spannender an als es ist, quasi die S-Bahn Bangkoks ) und dem „Express Boat River Taxi“ nehmen wollten.

Angekommen am Palast war die Besucherzeit leider schon um und wir konnten nur die meterhohen Mauern rund um das königliche Areal begutachten… Hier und da ragte eine goldene Turmspitze empor.

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Nach der, doch recht anstrengenden Fahrt quer durch Bangkok, mit gefühlt allen gängigen Verkehrsmitteln, war das nun doch etwas dürftig. Dementsprechend war auch die familieninterne Laune. Kurzerhand entschlossen wir uns, uns aufzuteilen… Zoe und Steffi sollten sich heimlich um die Geschenke für Lilith`s anstehenden Geburtstag kümmern und Lilith und ich, um die Bustickets nach Laem Ngop, von wo aus wir mit dem Fähre nach Koh Chang wollten.

Nach einer super lustigen gemeinsamen Taxifahrt trennten wir uns vor einem, von Steffi gegoogeltem, Shopping Center… wie sich später herausstellte war das siebenstöckige Einkaufszentrum „Center World“, das elftgrößte weltweit… dementsprechend erschöpft und fertig kamen die beiden auch am Abend im Appartement an.

Lilith und ich machten nun mit der abendlichen Rush-Hour im öffentlichem Nahverkehr Bangkoks Bekanntschaft.

Ich bin aus meiner U-und S-Bahn fahrenden Zeit aus Berlin, von der Friedrichstraße und dem Zoologischen Garten ja einiges gewöhnt, aber Bangkok sprengt hier wirklich alles, was ich bisher erlebt habe. So viele Menschen, so dicht gedrängt, so viele Autos, so viel Lärm, solch eine stickige Luft und so voll gequetschte Bahnhöfe und Bahnen… unglaublich… und die meisten Einwohner Bangkoks haben das jeden Tag… *krass*… das schlägt definitiv aufs Gemüt… aber, die Bangkoker ( schreibt man das so? ) bewegen sich so ruhig und stellen sich so gesittet an… unfassbar… kein Gedrängel, nichts. Buddhistisch ruhig und gelassen. Vielleicht liegt es aber auch an den Smartphones…?

Am nächsten Tag brachen wir etwas früher auf und nahmen den direkten Weg zum Königs-Palast… und waren beeindruckt. Diese Tempel und Stupas mit all dem Gold, den bunten Dächern zeigen hier wirklich die Macht und Pracht des Thailändischen Königshauses. Dies mit Worten zu beschreiben ist eigentlich nicht möglich… daher hier einfach ein paar mehr Bilder.

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Kurz gingen wir auch noch in den Wat Phra Kaeo – Tempel, der Tempel des Smaragd-Buddha. Eine wirklich andächtige und gleichzeitig kraftvolle Stimmung herrscht in diesem Tempel, die auch die Kinder beeindruckte, nicht zuletzt deshalb, weil sie trotz strömenden Regen ihre Schuhe vor dem Tempel ausziehen durften…

Am nächsten Tag besuchten Steffi und Zoe den Chatuchak-Markt, das Paradies für Shopper gilt mit seinen 300.000 Besuchern als der größte Markt Thailands. Alle 10.000 Stände haben die beiden wohl nicht geschafft, aber zumindest einige, den vollbepackt kamen sie Abends ins Appartement zurück. Mit neuen Strandkleidern und Shirts… für mich war leider nicht wirklich etwas dabei, da ich in den beiden mitgebrachten T-Shirts (in der größten dort vorhandenen Größe) wie eine klassische Presswurst aussah… in einem extra engen Darm.

Am nächsten Morgen waren unsere Tage in Bangkok schon zu Ende. 

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Bangkok hinterließ mit seiner Größe, Wuseligkeit, Lautstärke und Farbe wirklich Eindruck bei uns. Aber nach nun insgesamt fast achtzehn Tagen Großtatdt, Bangkok und Kapstadt zusammengerechnet, war nun wirklich Zeit zum Entspannen angesagt. Wie sagt man so schön, wir waren reif für die Insel… unsere nächste Station hieß Koh Chang, eine der vielen schönen Inseln im Golf von Thailand.

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ทักทายจากประเทศไทย ( Liebe Grüße aus Thailand )

16. November 2018, 18:00 Uhr, Koh Chang, Thailand

Nach einigen aufregenden Tagen im schnellen, lauten und wuseligen Bangkok, sind wir seit dieser Woche auf der Insel Koh Chang und haben das Gefühl zum ersten Mal richtig entspannen zu können. *Räusper*… wie abgehoben sich das anhört, so etwas auf einer Weltreise zu sagen. Aber zwischen Pool, Meer, leckerer Thai-Cuisine und Freizeitstress, versuche ich die ausstehenden Berichte für Südafrika fertig zu machen. Auch die gesammelten kulinarischen Eindrücke von Südafrika werden zeitnah im Menüpunkt FOOD veröffentlicht. Wir halten Euch auf dem Laufenden…

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