Mit dem Nachtzug nach Lào Cai

„Nachtzug, Nachtzug… wir fahren mit dem Nachtzug!!!“ Zoe und Lilith konnten es kaum abwarten endlich mit dem Zug zu fahren… in dem man schlafen kann… in richtigen Betten.

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Der Nachtzug nach Lào Cai, eine kleine Stadt direkt an der chinesischen Grenze, war für uns alle Vier ein Abenteuer. Wir hatten eine schnuckelige Kabine für uns alleine, zwei Hochbetten und ein kleiner Holztisch mit einer Tischlampe, die den Raum in ein gemütliches Licht legte. Im Schlafanzug schauten die Kinder von ihren Betten aus dem Fenster. Das nächtliche Hanoi rauschte an uns vorbei und als wir die Stadt und deren Ausläufer hinter uns ließen schliefen wir alle schon längst tief und fest durch das Schaukeln des alten Zuges.

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Um 5.30 Uhr erreichten wir Lào Cai und wurden mit warmen Kakao und Tee vom Zugpersonal geweckt. Vom Bahnhof aus brachte uns ein Fahrer nach Ta Van… unserem Ziel, ein kleines Bergdorf im Norden Vietnams, ein paar Kilometer entfernt von dem doch sehr touristischen Sapa. Während der Fahrt ging langsam die Sonne auf und wir sahen die unendliche Hügellandschaft mit den unzähligen Reis-Terrassen. Also Steffi und ich… Lilith und Zoe schliefen auf der Rückbank jeweils links und rechts an Steffi gelehnt, mit herunter hängendem Kopf und offenem Mund 😴…

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Unsere Unterkunft, eine Berghütte, beziehungsweise muss man schon fast Berg-Loft sagen, lag malerisch an einem Hang mit Blick aufs Tal und einem großen Gebirgszug.

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Da die Besitzer im Tet – Urlaub waren, kümmerte sich Tui um uns, eine äußerst sympathische junge Mitarbeiterin. Da hier gerade Winter war, waren die Wiesen und Reis-Terrassen eher braun als grün. Tui erklärte uns aber, das in ein paar Monaten hier alles saftig grün blühen würde. Wir fanden es auch so sehr schön und genossen die Ruhe und Luft… nach den Tagen im trubeligen Hanoi.

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Als erstes fallen einem hier die H`mong und Dao-Frauen in ihren bunten Trachten auf. Sie verkaufen selbstgefertigte Kleidung, Taschen und Schmuck. Sowie eine in einen verzierten Schatulle eingebaute handgemachte Maultrommel.

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Ich kaufte natürlich gleich eine der hübschen Maultrommeln, um uns die ganze Szenerie hier noch musikalisch zu untermalen und schon war ich für die nächsten Tage ihr liebster Kunde. Überall lachten mich die Frauen an, liefen mir hinterher und versuchten mir jeden Tag etwas neues anzubieten. Das Problem war nur, dass sie alle das selbe hatten und ich dann sagen musste: „Sorry, I bought a lot yesterday. But it’s all very nice.“… „Please mister, shopping!“… „Sorry I can`t take anymore!“ So ging das den ganzen Tag, selbst wenn wir beim Essen saßen, standen die lieben Frauen strahlend lachend vor dem Fenster und hielten ihre Ware hoch.

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Apropos… das Essen hier im „Luckydaisy`s Bamboo Bar“ war das mit Abstand Beste, was wir bisher in Vietnam gegessen haben. Die Küche ist grundsätzlich recht einfach, aber die Umsetzung der traditionellen Gerichte war hier wirklich gut. Es gab eine leckere Phở zum Frühstück, gut abgeschmeckte Chả giò ( frittierte Sommerrollen ) und ein Bún cha mit frischen tollen Produkten zum Dinner. Ich werde hier nochmals separat einen Artikel zum Essen in Vietnam schreiben.

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An unserem vorletzten Tag schafften wir sogar eine kleine Wanderung mit unseren beiden  Laufwundern Zoe und Lilith. Dabei überquerten wir einen Fluss auf einer abenteuerlichen Hängebrücke und Kauten auf DER Süßspeise für unterwegs in Vietnam herum, dem frischen Zuckerrohr. Außerdem musizierten wir mit den H`mong Frauen

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Am folgenden Tag ging es über Sapa mit dem Bus zurück nach Hanoi. Gebucht hatten wir einen Sleeping Bus. Von Sapa nach La Cai wurden wir aber zusammengequetscht mit vielen Einheimischen in einem kleinen Bus  über eine Stunde zum Busbahnhof tranpsortiert. Dort wurde einem in militärischen Drill die Sitze zugewiesen und allzu groß sollte man auch nicht sein. Sonst muss man die ganze Fahrt mit angewinkelten Knien liegen… Bis zum Busbahnhof in Hanoi wurden wir am Ende auch gar nicht gefahren. Denn bis dahin waren schon alle anderen Passagiere ausgestiegen und uns wurde dann eine Bordsteinkante mitten in Hanoi als (o-Ton) „last stop… last stop!“ verkauft. Auch einige Diskussionen halfen hier nichts… und so fuhren wir  den Rest der Strecke bis zum Hotel im Taxi. Erschöpft und müde fielen wir in unsere Betten.

Ta Van war die anstrengende Reise aber auf jedenfall wert…

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